Wil (Schweiz)

Die Stadt Wil ist ein wichtiges Zentrum für den Westen des Kantons St. Gallen, das untere Toggenburg und den Hinterthurgau. Wil hat mehr als 25 000 Einwohner. Über 500 Jahre residierten die St. Galler Fürstäbte im Hof zu Wil, weshalb die Stadt auch Äbtestadt genannt wird.

Geschichte
Im Jahre 754 wird Wil in der Henauer Urkunde erstmals urkundlich erwähnt. 1226 schenkten die Grafen von Toggenburg die Stadt dem Kloster St. Gallen. 1451 ging der Fürstabt ein Bündnis mit den eidgenössischen Orten Zürich, Luzern, Glarus und Schwyz ein, wodurch Wil zum Sitz der eidgenössischen Amtmänner wurde. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts sorgte der in Wangen im Allgäu am 4. Juli 1426 geborene Fürstabt Ulrich Rösch (1463–1491) für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Er baute den Hof zu Wil als wirtschaftliche und gesellschaftliches Machtzentrum aus. Die Herrschaft der Äbte ging erst 1798 zu Ende, als die Alte Eidgenossenschaft zusammenbrach und sich in der Folge das Fürstenland für unabhängig erklärte. Im Jahre 1803 kam die Stadt zum neu gegründeten Kanton St. Gallen. Seit 1831 war sie auch Bezirkshauptort. Heute ist Wil Hauptort des gleichnamigen Wahlkreises. Am 28. September 1855 wurde Wil an das Bahnnetz angeschlossen. 1984 erhielt Wil den Wakkerpreis für die integrale bauliche Erhaltung der Altstadt. 

Größte Arbeitgeber
Neben vielen mittleren, kleinen und kleinsten Firmen sind in Wil einige große teils international ausgerichtete Firmen angesiedelt. Über die Region hinaus bekannte Unternehmen sind beispielsweise Stihl & Co, Larag AG, Camion-Transport, Brändle AG, Heimgartner Fahnen AG, Schmolz+Bickenbach oder Kindlimann AG.

Tourismus
Die Altstadt gilt als die besterhaltene der Ostschweiz. Sehenswert ist die Sicht vom Stadtweier (korrekt ohne „h“) hinauf zur östlichen Altstadt-Silhouette. Die Fußgängerpromenade vom Schwanenkreisel Richtung Altstadt ist der Ort, an dem es die meisten Ladengeschäfte gibt. Immer samstags findet in den Gassen der Altstadt ein Markt statt. Vom 37 Meter hohen  Aussichtsturm auf dem Hofberg hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und in die Berge. Der Wiler Turm hat eine Holzkonstruktion mit doppelter Wendeltreppe und drei X-Stützen. Rund um Wil sind über 180 Kilometer Wanderwege ausgeschildert. Der „Weg rund um Wil“ rund um das Gemeindegebiet der Stadt ist knapp 33 Kilometer lang. 

Verkehr
Wil ist im Fürstenland der Verkehrsknotenpunkt für Schiene und Straße. Es liegt an der Hauptverkehrsachse St. Gallen-Zürich.

Kultur
Das Kulturangebot in der Stadt Wil ist vielfältig. Wichtige Lokalitäten für kulturelle Angebote sind die Tonhalle, die Kunsthalle, das Stadtmuseum und der Gare de Lion. Daneben verfügt Wil über eine Stadtbibliothek und auch über eine Ludothek.

Kulturelle Besonderheiten
• Hofchilbi: Jährlich findet in der Wiler Altstadt die «Hofchilbi» statt. Sie geht zurück auf das Jahr 1540. Nach langer Pause entschloss sich 1972 die Hofbrauerei Wil, den Brauch wieder aufleben zu lassen. Seither findet dieses Fest alljährlich statt. Traditionell werden 30 Eimer Bier ca. 1125 Litern ausgeschenkt. Der erwirtschaftete Erlös fließt – unter anderem – der Stiftung Hof zu Wil zu.
• Openair „Rockamweier“: Alljährlich Mitte Juni findet seit 2001 am Wiler Stadtweier das zweitägige Openair Rockamweier statt.
• Gare de Lion: Kulturlokal in der Nähe des Bahnhofs, das von Konzerten über Theater und Comedy bis hin zu Lesungen und Partys anbietet. 
• Tonhalle: Die Tonhalle wurde 1876 von der Ortsbürgergemeinde Wil gebaut und befindet sich seither in deren Besitz.
• „toccatawil“: Die Kirchenmusiker in der Stadt organisieren Orgelkonzerte in verschiedenen Formaten, darunter den „Orgelspaziergang zur Weihnachtszeit“ am ersten Sonntag des Jahres, bei dem verschiedene Orgeln im Wiler Stadtgebiet einbezogen werden, oder das „Orgeltriduum“, eine dreiteilige Konzertreihe in der Stadtkirche St. Nikolaus, kombiniert mit Orgelkursen in Kooperation mit der Diözesanen Kirchenmusikschule St. Gallen. 
• Musiktheater Wil: Seit 1866 wird von einem Verein regelmäßig ein Stück aus dem Bereich Oper, Operette oder Musical aufgeführt.

Sehenswürdigkeiten
• Hof zu Wil (Äbteschloss, 12. Jh. ff)
• Stadtweier und Kulisse der Altstadt
• Katholische Stadtkirche St. Nikolaus (15./16. Jahrhundert) mit der Wiler Madonna (spätes 12. Jahrhundert)
• Katholische Kirche St. Peter (Kirchturm und Chorraum spätes 15. Jahrhundert/Langhaus von 1887) mit Liebfrauenkapelle (um 1500)
• Hofplatz
• Baronenhaus
• Evangelisch-reformierte Kreuzkirche (1963) mit großem Chorfenster von Alfred Kobel.

Städtepartnerschaft
Wil unterhält zwei offizielle Städtepartnerschaften:
• Groß Döbern in Polen seit 1992
• Wangen im Allgäu seit 2026.