Alle Religionen haben denselben Himmel über sich

Eine Gruppe hinter einem Stein, in dem die drei Religionen abgebildet sind.

Ein interessanter Stein ist jetzt dem Friedhof St. Wolfgang hinzugefügt worden. Er steht am Eingang zum neuen Friedhofsteil. Unter einer Wasseroberfläche scheinen in einer Art Blütenform die sechs größten Religionen der Welt auf.

Das Kreuz steht für das Christentum, der Halbmond für den Islam, der Stern für den jüdischen Glauben, das Om-Zeichen ist Symbol des Hinduismus, das Steuerrad steht für den Buddhismus und Yin und Yang für den Taoismus. Jedes Blatt ist gleich groß. Die Botschaft thematisiert den Toleranzgedanken und die Vorstellung, dass alle Religionen gleich viel wert sind. Sie haben nur einen Himmel – und der sieht überall gleich aus. 

Die Darstellung fußt auf der Ringparabel, die Gotthold Ephraim Lessing in „Nathan der Weise“ verarbeitet hat. Deshalb sind in der Mitte drei ineinander verwobene Goldringe zu sehen. 
Geschaffen wurde der Himmelsspiegel wenige Wochen vor Beginn der Landesgartenschau 2024 von Steinmetzin Steffi Schneider nach Beratung durch Dekanatsreferent Stephan Wiltsche. „Ich hatte gesehen, dass es in dem Friedhofsbeitrag nichts gibt, was andere Religionen einschließt, und habe mich danach ans Werk gemacht“, sagt Steffi Schneider. 
Nachdem der Friedhofsbeitrag aufgelöst war, stand der Stein bei ihr am Haus. Gesehen hat ihn dort Julia Fischer, Fachbereichsleitung Liegenschaften und kaufmännisches Gebäudemanagement der Stadt Wangen. „Mir hat der Stein und die Idee des Himmelsspiegels durch die Wasserfläche so gut gefallen, dass meine Kollegin Bettina Wirth und ich beschlossen haben: Wir wollen diesen Stein auf dem Friedhof haben“, sagt sie. 

Der Stein steht nun auf einer schrägen Platte – eine Idee des Architekten und städtischen Sanierungsbeauftragten Martin Schwenger. Auf diese Weise können sowohl Erwachsene als auch Kinder auf den Himmelsspiegel sehen. Unten kann das Wasser überlaufen, wenn es viel regnet. Aufgestellt wurde er von Ilias Fischer vom städtischen Bauhof. 
Aufgestellt wurde der Himmelsspiegel unter anderem deshalb beim Eingang zum neuen Friedhofsteil, weil dort bereits einige muslimische Gräber sind und weil dort auch ein muslimisches Waschhaus geplant ist.