Barbara Schulte ist die neue Parkmanagerin

Porträt einer Frau.

Das ehrenamtliche Engagement hat Vieles auf der Landesgartenschau 2024 erst ermöglicht. Rund ein Drittel der Ehrenamtlichen bleiben auch jetzt der Stadt und dem Argenpark treu. Viele Ideen, was im Gelände geschehen könnte, gibt es. Barbara Schulte arbeitet sich derzeit in die Materie ein, lernt Aktive kennen und wird über den Winter gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen von der Stadt Wangen und dem Bauhof ein Konzept für die Zukunft erarbeiten. Sie ist die neue Parkmanagerin.

Die gebürtige Rheinländerin strahlt große Begeisterung für die Thematik aus. Sie möchte unbedingt den Geist der Landesgartenschau erhalten. Doch sie hat sich ein weiteres Ziel gesteckt: „Man muss dahin kommen, dass die neuen Aktivitäten nicht mehr direkt mit dem Jahr 2024 verglichen werden.“ 

Für die neue Aufgabe bringt sie jede Menge Erfahrung und Wissen um die Kultur und das Ehrenamt mit. Derzeit arbeitet sie noch in Unterföhring bei München, wo sie seit 2010 ein Kulturzentrum im Bürgerhaus aufgebaut hat. Als sie den Job dort antrat, war der Neubau mit seinem Konzertsaal mit 609 Plätzen, weiteren Sälen und der Gemeindebibliothek noch ein Rohbau. Sie erzählt lachend von ersten Veranstaltungen: „Da lag im Foyer noch kein Boden. Wir haben die Leute über Bretter hineingeführt und am Ende über die Wiese hinten wieder raus.“ Das Anfangsteam war ein Trio mit ihr, dem Bühnenmeister und dem Hausmeister. „Wir hatten Leidenschaft und wollten dieses Bürgerhaus unbedingt zum Gelingen bringen“, sagt sie. Den notwendigen Rückenwind erhielt sie von der Verwaltungsspitze der Gemeinde. So konnte sie auch das Kulturamt neben den anderen Ämtern in Unterföhring aufbauen, dessen Leitung sie jetzt nach und nach ihrem bisherigen Stellvertreter übergibt. 

Die Leidenschaft fürs Theater und die Kultur an sich, begleitet sie von Jugend an. Aufgewachsen in Bonn, machte sie schon während ihrer Schulzeit in allen Bereichen am Theater Praktika, um anschließend Theaterwissenschaften, Germanistik und Anglistik in München zu studieren.  Auch die Semesterferien verbrachte sie mit zehn (!) weiteren Praktika am Theater, in Bonn, München und Oberhausen -  Regie, Bühnenbild, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit inklusive. Auch England hatte Barbara Schulte während ihrer Schulzeit kennen und lieben gelernt. So lag es nahe, dort auch noch ein Aufbaustudium in Film Studies anzuhängen. Ihre Bewerbungen für einen Job streute sie anschließend in ganz Deutschland. Den beruflichen Einstieg bildete das Künstlerische Betriebsbüro in Bonn, ein drei Sparten Haus für Oper, Schauspiel, Tanz. „Das war eine ganz harte Schule“, erzählt Barbara Schulte. Allein wuppte sie die Planungen für den Bereich Schauspiel, die Koordination der Produktionen und Gewerke mit rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – zuvor waren es zweieinhalb Stellen für diese Tätigkeit gewesen. 2003 wechselte sie für drei Jahre ans Deutsche Theater in Göttingen und leitete dort mit dem Künstlerischen Betriebsbüro das Herzstück der Organisation eines Theaters. „Es gab dort zwar im Gegensatz zu Bonn nur eine Sparte, nämlich das Schauspiel, aber ich hatte auch mehr Verantwortung.“ Weil ihr Vertrag nur befristet war und ihr Freund in München lebte, suchte und fand sie in der Süddeutschen Zeitung ein Jobangebot für die Kulturamtsleitung in Waldkraiburg, bewarb sich und wurde angenommen. 
Ihr Hauptaugenmerk lag dort auf der Organisation des „Hauses der Kultur“ mit kulturellen Veranstaltungen, städtischer Galerie, Museen, der Sing- und Musikschule sowie dem Haus des Buches. Nach vier Jahren dort wechselte sie nach Unterföhring und damit in die unmittelbare Nachbarschaft von München. Viele Ehrenamtliche waren und sind dort wie in Waldkraiburg in die Arbeit einbezogen.

Und wie kommt sie nun nach Wangen? Mit ihren Kindern lernte sie die Stadt während längerer Aufenthalte bei ihrer Verwandtschaft in der Gegend intensiv kennen. Dort verbrachte die Familie auch wichtige Wochen während der Pandemie und genoss die relative Freiheit durch die Nähe zur Natur, die hier im Vergleich zur Großstadt möglich war. Dass Wangen eine Waldorfschule hat, war ein weiteres Plus. Und schließlich war es die Tochter, die immer kritischer fragte: „Weshalb müssen wir von hier immer wieder weg in die Großstadt? Hier riecht die Luft besser, hier schmeckt das Brot besser…“ Dann war Barbara Schulte am Zug. „Da bot sich uns auch noch ein Haus zentral in Wangen an. Und dann wurde bei der Stadt die Stelle für die Parkbetreuung ausgeschrieben. So kam eins zum anderen“, sagt sie.

Nachdem die Parkmanagerin bisher einen Tag in der Woche in Wangen arbeitete, um ihren Verpflichtungen in Unterföhring noch nachkommen zu können, geht es jetzt schrittweise bis zu ihrem Gesamtdeputat. Im Januar 2026 wird sie vollumfänglich für Wangen da sein. 

Info: Barbara Schulte ist per Email erreichbar unter barbara.schulte@remove-this.wangen.de