Bewertung in Sachen Nachhaltigkeit: Kreissporthalle springt höher als geplant

Zwei Männer halten eine große Urkunde in der Hand. Weiter Personen stehen daneben.

Der Bau der Kreissporthalle ist jetzt von der LNB – Leitfaden Nachhaltig Bauen GmbH ausgezeichnet worden. Das Gebäude erreichte 852 von 1000 möglichen Punkte und liegt damit deutlich über der angestrebten Marke von 750 Punkten.

Für den Bauherrn, den Landkreis Ravensburg, nahm Franz Baur, Kreiskämmerer und IKP-Geschäftsführer, die Urkunde entgegen. „Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung“, sagte er und bedankte sich bei Dietmar Lenz, Geschäftsführer der Anbau GmbH. Denn die Halle, die für den Landkreis und seine angrenzenden Schulen ja viel mehr sei als „nur“ eine Sporthalle, dient auch als Mensa und Treffpunkt der Schülerinnen und Schüler. Daneben ist das gelungene Bauwerk in einer weiteren Hinsicht besonders – und das ist für die Nutzerinnen und Nutzer nur bedingt sichtbar. 

Mit der neuen Kreissporthalle, die im September 2024 in Betrieb ging, betrat der Landkreis Ravensburg Neuland und machte sich damit in Deutschland zum Vorreiter des öffentlichen Bauens. Ziel war es, nachhaltig, wirtschaftlich und dabei qualitätsvoll zu bauen. Zu diesem Zweck schuf sich der Landkreis Ravensburg einen Leitfaden. Weil alles, was in dieser Hinsicht in Deutschland vorgefunden wurde, in der Umsetzung zu kompliziert erschien, schaute sich der Kreistag 2020 in Vorarlberg um und wurde dort bei einem prozessbegleitenden Bewertungssystem fündig. Dieses wurde übernommen, auf deutsche Normen zugeschnitten und zum Leitfaden Nachhaltig Bauen (LNB). Heute ist der Leitfaden ein deutschlandweit anerkanntes Werkzeug im nachhaltigen Bauen und dient mit als Maßstab bei der Bewilligung von Förderanträgen. „Deutschlandweit gibt es drei solcher Tools und wir sind eins davon“, sagte Baur und machte aus seinem Stolz kein Hehl. 

„Weitere Maßnahmen im Verwaltungsbau und Schulbauprogramm des Landkreises orientieren sich am LNB“, sagte Hubert Meßmer, Geschäftsführer IKP, der an der Einführung des Leitfadens damals maßgeblich beteiligt war. Nachhaltigkeit bedeute vor allem, den Lebenszyklus eines Bauwerks zu betrachten. Dazu gehöre auch, den Einsatz von Technik auf das wirklich Notwendige zu reduzieren.  Meßmer lobte dabei insbesondere den Einsatz der Handwerker aus der Region.

Dass Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit keine Gegensätze sind, stellte Dietmar Lenz klar. „Je kompakter gebaut wird, desto wirtschaftlicher und nachhaltiger ist ein Gebäude“, sagte er. Die Entscheidung zum nachhaltigen Bauen müsse aber schon bei der Planung fallen, um ein in jeder Hinsicht optimales Ergebnis zu erzielen. 

Oberbürgermeister Michael Lang zeigte sich begeistert über die Kreissporthalle und erinnerte an die schwierigen Überlegungen zum Standort, die in kurzer Zeit entschieden werden mussten, weil mit dem Termin der Landesgartenschau auch Zeitdruck vorhanden war. Das Gebäude sei nicht nur nachhaltig, sondern auch ästhetisch schön gebaut, sagte er.  Dort wo mit dem Josef-Dreier-Platz ein Ort mit hoher Aufenthaltsqualität entstanden ist, verlief früher die Jahnstraße. Die sei jetzt weg und kaum jemand habe es gemerkt, sagte OB Lang.

So sieht die Bewertung im Detail aus: 
Gesamtpunktezahl 852 von 1.000 max 
Folgende Unterpunkte wurden bewertet: 
1.    Prozess- und Planungsqualität - ökologische Ziele, Wirtschaftlichkeit, Produktmanagement 229/230 max 
2.    Energie und Versorgung 344/450 max 
3.    Gesundheit und Komfort - Thermischer Komfort, Raumluftqualität 125/125 max 
4.    Baustoffe und Konstruktion 154/195 max