Das Museum für Ländliches Kulturgut im Dorfstadel in Leupolz feiert wieder. Am Sonntag, 28. September 2025, lädt der Heimat- und Museumsverein zum Museumsfest ein. Im Dorfstadel und ringsum werden die alten Kulturgegenstände zum Leben erweckt. Und nicht nur das: Zwei neue Ausstellungsthemen geben den Einblick in zwei echte Leupolzer Geschichten.
Das eine sind die Werke von Franz Rösch. Er hatte 1949 die Wagnerei seines Vaters mitten im Ort übernommen und zunächst mit großem Geschick Bruggen und Holzspeichenräder, aber auch Leitern für den Obstbau hergestellt. Später kamen Skier dazu, die er auch direkt vermarktete – umso mehr als am Schweinberg ein Lift gebaut wurde. Daneben war er ein leidenschaftlicher Mundartdichter, Holzschnitzer und Zeichner. Schützenscheiben und Ehrengaben aus Holz boten ihm ein bescheidenes Einkommen, nachdem die Wagnerei und auch das Geschäft mit den Holzskiern aufhörte. Im Wirtshaus habe er oft sein Gegenüber gezeichnet, erzählt Walter Achberger vom Museumsverein. Als Honorar erhoffte er sich ein Glas Rotwein. Solche Porträtzeichnungen, aber auch Kalenderbilder mit Motiven aus dem Dorf sind ebenso zu sehen wie seine Holzarbeiten.
Die zweite Neuerung sind Relikte aus dem Gasthaus Hirsch in Herfatz. Die letzte Wirtin, Gertrud Striebel, starb im Februar dieses Jahres. Anschließend konnte der Heimat- und Museumsverein einige Stücke sichern. Darunter sind neben anderem zwei gusseiserne Öfen aus dem 19. Jahrhundert, ein Teller, dessen Porzellanstempel auf „Bauscher Weiden Germany US Zone“ verweist und zwei Akkordeons, die im ehemaligen Tanzsaal gespielt wurden. Der Teller erinnert an das Kriegsende. Wie Ortsheimatpfleger Anton Sieber vermerkte, musste jemand, der - wie die Leupolzer - in der französischen Besetzungszone war, einen Antrag an die US Zone schicken, um eine Lieferung zu bekommen. All diese Dinge erinnern an die Geschichte des Gebäudes, das im 19. Jahrhundert zeitweilig sogar Rathaus war. Für die Leupolzer mögen sie auch Erinnerungen an viele Familienfeiern wecken, wie auch den legendären Kehraus, der im Hirsch gern gefeiert wurde.
Mit viel Liebe haben Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins die Stücke hergerichtet, so dass vor allem die Öfen schöner aussehen als vorher, wie es heißt.
Zu sehen ist all das mit den weiteren ländlichen Ausstellungsstücken. Und natürlich wird auch wieder für Speisen und Getränke gesorgt sein. Es wird auch wieder leckere Brote aus dem Backhäusle geben und Mittagessen und Kaffee und Kuchen. Beginn ist um 11 Uhr.