Degermoos soll dauerhaft vernässt werden - Arbeiten laufen an

Luftaufnahme.

Blick auf das Degermoos.

Blumenwiese im Degermoos

Im Sommer blüht es auf den Wiesen im Degermoos.

In diesen Tagen beginnen im baden-württembergischen Teil des Degermoos Maßnahmen zum Schutz des Moores: Im Abschnitt Rotasweiher im Naturschutzgebiet Rotasweiher-Degermoos auf Wangener Gemarkung werden rund 30 Holzspundwände in Entwässerungsgräben eingebaut, wie das Regierungspräsidium Tübingen in einer Pressemitteilung schreibt.

Dadurch soll der Wasserstand dauerhaft angehoben und das Moor wiedervernässt werden. Die Wiedervernässung ist ein wichtiger Schritt, um die natürlichen Funktionen des Moores zu stärken und seltene Arten zu schützen.

Das Degermoos ist Lebensraum zahlreicher bedrohter Arten und von bundesweiter Bedeutung. Im Gebiet kommen unter anderem die Libelle „Große Moosjungfer“ (Leucorrhinia  pectoralis), der Schmetterling „Goldene Scheckenfalter“ (Euphydryas aurinia) und die Vogelart „Zwergdommel“ (Botaurus minutus) vor. Zudem wurden über 100 Moosarten nachgewiesen. Das Gebiet ist auf beiden Seiten der Landesgrenze als Naturschutzgebiet ausgewiesen und Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. 

„Das Degermoos gehört zu den wertvollsten Moorlandschaften unserer Region. Im Bereich Rotasweiher können sich Moorlebensräume wieder gut entwickeln, wenn mehr Wasser im Boden bleibt. Mit den Spundwänden schaffen wir die Voraussetzung, dass sich das Moor hier langfristig stabilisieren kann“, erklärt Niklas Best, Moorschutzreferent am  Regierungspräsidium Tübingen. Mehrere Entwässerungsgräben durchziehen den Abschnitt Rotasweiher und leiten stetig Wasser aus dem Moorboden ab. Gerade in trockenen Sommern sinkt der Wasserstand dadurch schnell – mit spürbaren Folgen für das empfindliche Ökosystem. Im Zentrum der Fläche liegt ein natürliches Übergangsmoor, umgeben von Pfeifengras-Streuwiesen und kleineren Nasswiesen. 

Intakte Moore sind doppelt wichtig: Sie sind Lebensraum für seltene Arten und gleichzeitig wichtig für den Klimaschutz. Mit den Maßnahmen im Degermoos wird sowohl die biologische Vielfalt geschützt und der Kohlenstoff im Moor gespeichert. Die Umsetzung der Maßnahme im Abschnitt Rotasweiher wird durch die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg mit 150.000 Euro gefördert.