Drei große Steinerne Brunnen zieren die Herrenstraße in Wangen. Der mittlere Brunnen, der Marienbrunnen vor der Buchhandlung Natterer, ist jetzt von Restaurator Martin Wiesenmayer gereinigt und instandgesetzt worden.
Letztmals war der Brunnen vor 13 Jahren gereinigt und saniert worden. Jetzt war es wieder notwendig. Am Sockel waren die Fugen offen. Sie wurden fachmännisch mit Kalkmörtel neu abgefugt, wie Wiesenmayer berichtet. Flechten und Moose hatten sich des barocken Brunnens samt der Mariensäule bemächtigt. Mit Wasserdampf, warmem Wasser und einer Wurzelbürste rückte Wiesenmayer gemeinsam mit einem Mitarbeiter dem Brunnentrog, der Säule, der Marienfigur auf dem Podest zu Leibe. Sie lösten, was in den letzten Jahren alles angeflogen kam und sich festgesetzt hatte. An der Marienfigur füllten sie Lücken, die aus dem Stein ausgebrochen waren, mit Steinersatz auf.
Auch der Kalk, der sich unter dem wasserspeienden Engel abgelagert hatte, musste abgenommen werden. Am Ende wurde das ganze Brunnenbauwerk mit einem Anti-Algen-Mittel eingelassen, damit sich in den nächsten Jahren die Ablagerungen hoffentlich weniger tief in den Sandstein fressen. Alles in allem seien diese Reinigungsarbeiten ziemlich aufwendig gewesen, sagt der Fachmann. Mit seinem Kollegen war er eine ganze Woche beschäftigt.
Der Marienbrunnen wurde 1595 erstmals am jetzigen Standort erwähnt. Gut 100 Jahre später gestaltete der Bildhauer Balthasar Krimmer eine hölzerne Brunnenfigur. Schon bald darauf schuf Franz Joseph Stein aus Maria-Zell eine Figur aus Stein. Diese wurde 1825 repariert und 1912 durch eine von Bildhauer Wilhelm Blaser aus Wangen gefertigte Kopie sowie einen neuen Unterbau aus Maulbronner Sandstein ersetzt. 1978 ermöglichte eine Spende des Altstadt- und Museumsvereins die Sanierung des Brunnens. Im Zuge dieser Erneuerung fertigte der Wangener Bildhauer Theo Tronsberg eine Kopie aus rotem Sandstein.