Der Narrenbaum steht: Die Fasnets-Hochtage haben begonnen

OB Lang und Kultur- und Sportamtsleiter Hermann Spang mit hölzernen Fesseln an den Händen
Buntes Narrenbild auf und vor der Bühne
Narrenvater Bernd Rothacker hält den Rathausschlüssel hoch
Viele Narren verschiedener Zünfte tanzen um den Narrenbaum
Männer bringen mit Holzstützen den Narrenbaum von der Waagrechten in die Senkrechte
OB Lang steht wzsichen Narren auf der Bühne und hat einen etwas umgehängt. Es sieht aus wie ein Orden.

Der Abend war wie fürs Narrenbaum stellen gemacht: Es hatte aufgehört zu regnen und die Luft war frisch, als am Mittwoch die Obrigkeit von der Narrenzunft Kuhschelle weiß-rot aus dem Rathaus abgeführt wurde. Der Schlüssel ist jetzt in der Hand der Narren.

Oberbürgermeister Michael Lang sagte, er fühle sich erleichtert, den Schlüssel los zu sein. Er habe den Narren auch eine Menge hergerichtet, was sie in den nächsten Tagen bearbeiten könnten – aber es werde ja wohl mal wieder nicht viel draus, nörgelte er. Er dankte allen Zünften für ihr Engagement und das gemeinsame Gestalten der Fasnet sowie der Bauhofzunft, ohne die auch keine Fasnet gefeiert werden könnte!

Ganz anders als gewohnt startete „Bernd, der bärtige Barde“, Bernd Rothacker, in seine Ansprache als Narrenvater. Man mochte es kaum glauben: Er lobte den OB für seine „großartige Landesgartenschau“ und kürte ihn zum „Mister Landesgartenschau“. „Besser geht’s nicht!“, rief er aus. Doch es wäre weder die Fasnet noch Bernd, der bärtige Barde, wenn da nicht auch etwas hinterherkäme. 

Die neuen Bänke unter den Bäumen am Festplatz mit nistenden Krähen mahnte er an. Ganz nach dem Motto: Da macht man einen Plan und arbeitet danach, aber nachdenken fällt aus. Deshalb kündigte er auch an: „Ab jetzt wird bei der Arbeit etwas gedacht!“ Und ganz bescheiden fuhr er fort: „Ab jetzt wird alles besser. I wois zwar noit wie, aber I bin a Genie!“

Und dann überreichte der Narrenvater dem abgesetzten OB auch noch einen Orden in weiß und rot mit der Aufschrift „Narrenvater (will I were)“ und las ihm gleich noch einmal die Leviten. Denn beim Zunftmeisterempfang im vergangenen Jahr trat OB Lang als Hudelmale aus Kißlegg auf. Das, so der Narrenvater, sei völlig irritierend und wenn der OB überhaupt in ein Häs steige, dann gehe das nur in eins der Kuhschelle weiß-rot. Das alles wurde mit vielen Tuschs und Schellenklängen begleitet.

Natürlich tanzte die Schellentanzgruppe wie jedes Jahr. Ein wunderschönes Bild gab es, als alle Hästräger rund um den Narrenbaum tanzten – ein Novum in der Fasnet. Für die Musik sorgten Stadtkapelle, Fanfarenzug Lindau und die Schalmeien.