Für den Reit- und Fahrverein hat die Landesgartenschau GmbH Förderanträge für die neue Reithalle gestellt. Insgesamt könnten mehr als 500 000 Euro fließen.
Die beim Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz angesiedelte Forstverwaltung des Landes Baden-Württemberg hat jetzt für die Halle wegen ihres innovativen Charakters Fördermittel in Höhe von 250 000 Euro aus dem Holz Innovativ Programm in Aussicht gestellt. Das sind 50 000 Euro mehr als zunächst erwartet wurden. Die endgültige Zusage ist abhängig von der Prüfung durch die L-Bank.
Ebenfalls zugesagt sind Fördermittel in Höhe von bis zu 300 000 Euro vom Württembergischen Landessportbund (WLSB). Die Summe ist prozentual abhängig von der tatsächlichen Summe der anrechenbaren Kosten.
Beide Fördergeber sehen die großen Vorzüge des Neubaus, der zukunftsweisenden Charakter als Gebäude aber auch für den Verein haben wird. Der Neubau wird drei Funktionen unter seinem neuen Dach vereinen: einen Stall, eine 23 mal 60 Meter große Halle und eine Maschinenhalle. Integriert sind unter anderem Büros, Reiterstüble und über zwei Stockwerke eine Wohnung, in die ein Betriebsleiter einziehen könnte. Oberstes Ziel bei der einfachen Holzbauweise sei es für den Architekten Florian Nagler, „verantwortlich mit den Ressourcen umzugehen“.
Weshalb sich der Zeitplan ändert
Der Reitverein hatte am 18. September 2021 einstimmig bei der Hauptversammlung dem Bau der neuen Reithalle zugestimmt. Baubeginn für die neue Halle war für das Frühjahr 2022 vorgesehen und die Fertigstellung im Herbst dieses Jahres. Inzwischen hat sich der Zeitplan um rund sechs Monate verschoben. Die Gründe liegen in den vielfachen Krisen der vergangenen zwölf Monate.
Einer dieser Gründe ist die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal. Denn das Statikbüro, mit dem Architekt Nagler zusammenarbeitet, hat seinen Sitz in Remagen, also in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem von der Überflutung betroffenen Gebiet. Nach der Hochwasserkatastrophe waren in der Region sehr viele Ingenieure im Hilfseinsatz. Auch das beauftragte Statikbüro arbeitete dort verstärkt - auch ehrenamtlich, um Gelände und Gebäude in der Region auf ihre Standsicherheit zu prüfen. Personalknappheit und Pandemiethemen taten ihr Übriges. So ging die Prüfung der Reithalle nicht im geplanten Tempo voran.
Ein weiterer Grund: Die Erd- und Fundamentarbeiten waren vom Verein ausgeschrieben. Es fand sich jedoch kein Unternehmen bereit, im vorgesehenen Zeitfenster zu bauen. Sie waren schlicht ausgebucht. Ein Bauunternehmer, mit dem die beauftragte Holzbaufirma zusammenarbeitet, hatte in Aussicht gestellt, den Auftrag auszuführen, wenn ein anderer Auftrag wegbricht. Dieses Versprechen konnte jedoch nicht eingelöst werden.
Der neue Zeitplan sieht so aus: Der Erdbau für die neue Reithalle läuft über den Oktober, ab November werden die Fundamente gebaut. Über den Winter soll das Holz vorbereitet und die Halle ab dem zeitigen Frühjahr aufgebaut werden.