Die Stadtbücherei startet mit Autorenlesungen: Daniela Engist

Eine Frau

Daniel Engist liest aus ihrem neuen Roman.

Die Stadtbücherei Wangen startet wieder mit Lesungen: Am Donnerstag, 7. April, um 19.30 Uhr präsentiert die Freiburger Schriftstellerin Daniela Engist ihren zweiten Roman „Lichte Horizonte“. Bibliotheks-Leiterin Susanne Singer stellt die Autorin im Kurzinterview vor. 

Was verbinden Sie mit der Stadt Wangen?
Früher dachte ich bei „Wangen“ als erstes an Urlaub, Ferien im Allgäu, so was. Seit einigen Jahren bin beim Literarischen Forum Oberschwaben dabei, das jährlich hier tagt. Deshalb hat der Ortsname für mich inzwischen einen definitiv literarischen Klang. Und letzten Sommer habe ich tatsächlich beides verbunden, das Forum und die erholsame Gegend, und eine Woche hier verbracht, um an meinem dritten Roman zu arbeiten.

Um was geht es in Ihrem Roman „Lichte Horizonte“, aus dem Sie bei uns lesen werden?
Oberflächlich betrachtet, geht es um eine emotionale Ausnahmesituation, den möglichen Beginn einer Affäre. Was mich an dem Thema aber besonders interessiert hat, war das, was dieser Antrag heraufbeschwört. Es geht’s ums Erinnern. Wie und warum erinnern wir uns? Hat das, was wir glauben zu erinnern, nicht viel mehr mit der Gegenwart als mit der Vergangenheit zu tun? Und ich wollte sehen, wie das gehen kann: über Gefühle schreiben, ohne Kitsch und ohne sich in Ironie oder Lakonie zu flüchten.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Ich bin sozusagen eine Spätberufene. Erst 2017 ist mein erster Roman „Kleins Große Sache“ erschienen. Davor hatte ich einen „ordentlichen“ Brotberuf als Managerin für PR und Kommunikation in der Schweiz. Den habe ich mit Anfang vierzig gegen die Kunst eingetauscht – nicht völlig blauäugig. Ich wusste schon, auf was ich mich einlasse …

Wie haben Sie als Autorin die Corona-Zeit erlebt?
Ich habe zwei Kinder, Grundschule und Unterstufe Gymnasium. Da musste die Autorin während Corona weit zurücktreten. Aber auch was das literarische Leben betrifft, war es eine bleierne Zeit. Die Online-Lesungen waren kein Ersatz für den Austausch mit dem Publikum, den wir Schriftstellerinnen und Schriftsteller dann doch dringend brauchen. Wenn man so gar keine Resonanz erfährt, ist das bei aller Zurückgezogenheit, die der Beruf auch mit sich bringt, sehr traurig.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Angesichts der Weltlage erscheinen alle persönlichen Ambitionen im Moment recht unbedeutend. Gleichzeitig geht das Leben weiter und nur auf die Nachrichten zu starren, hilft ja auch nicht. Es ist zwar nur ein kleiner Tropfen, aber ich habe beschlossen, von allen Büchern, die auf den kommenden Veranstaltungen verkauft werden, meinen Autorinnenanteil an die Ukraine-Hilfe zu spenden.

Veranstaltungsort: Stadtbücherei im Kornhaus
Eintritt: 7 Euro/ermäßigt 5 Euro. Karten sind im Vorverkauf in der Stadtbücherei erhältlich.