Seit Mitte September speist der neue Solarpark der EnBW Energie Baden-Württemberg AG in Wangen im Allgäu Strom ins Netz ein. Nach fünf Monaten Bauzeit ging die Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von 5,7 Megawatt peak (MWp) in Betrieb. Sie wird künftig jährlich rechnerisch rund 2.350 Haushalte (bei einem Stromverbrauch von 2.900 kWh/Jahr in einem Drei-Personen-Haushalt) mit Solarstrom versorgen und mehr als 4.700 Tonnen CO2 einsparen.
Die Anlage umfasst rund 9.600 Solarmodule sowie drei Transformatorstationen. Ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 6,8 MWh ergänzt den Solarpark und macht die erzeugte Energie noch flexibler nutzbar. Der Speicher ermöglicht es, Solarstrom zeitversetzt bereitzustellen und so die Netzintegration der Photovoltaik weiter zu verbessern.
Leistung und Klimaschutz im Fokus
Der Standort direkt an der vierspurigen Autobahn A96 eignet sich aus mehreren Gründen besonders gut für die Nutzung erneuerbarer Energien. Die Fläche liegt innerhalb des 200-Meter-Randstreifens der Straße und erfüllt damit die Voraussetzungen des beschleunigten Privilegierungsverfahrens. Hintergrund ist das gesetzgeberische Ziel, Infrastrukturen gezielt zu bündeln, etwa entlang bestehender Autobahntrassen, die bereits eine sehr prägende Infrastrukturtrasse darstellen.
Starke regionale Partnerschaft
Das Projekt konnte in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Wangen im Allgäu, und mit Unterstützung der BürgerEnergiegenossenschaft Region Wangen im Allgäu zügig realisiert werden.
„Der Solarpark Wangen ist ein starkes Zeichen dafür, was wir gemeinsam vor Ort erreichen können. Als BürgerEnergiegenossenschaft ist es uns auch wichtig, dass die Menschen in der Region sowohl von der Energiewende profitieren, wie auch aktiv daran teilhaben und sie mitgestalten können“, freut sich Wolfgang Friedrich, Vorstand der BürgerEnergiegenossenschaft Region Wangen im Allgäu eG.
Auch technisch ist der Standort optimal angebunden: Die bestehende Stromtrasse konnte genutzt werden, der Netzanschlusspunkt befindet sich direkt auf dem Gelände. Zusätzliche Kabeltrassen waren damit nicht erforderlich. Zudem überspannt eine Freileitung die Parkfläche; sie wurde bereits vor Baubeginn durch den lokalen Netzbetreiber, die Netze BW, geplant und ins Erdreich verlegt, was die Bauarbeiten erleichterte.
Batteriespeicher verbessert Netzintegration
Im ersten Quartal 2026 wurde der Solarpark um einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 6,8 Megawattstunden ergänzt. Das System ist modular aufgebaut und auf der Ostfläche bei der Übergabestation installiert.
„Wenn mehr Sonnenstrom erzeugt als gebraucht wird, wird der Speicher geladen und später genau dann zur Verfügung gestellt, wenn die Sonne nicht scheint“, sagt EnBW-Projektleiter Thomas Uhland. „Batteriespeicher sind ein wichtiges Element auf dem Weg zu einem Stromsystem mit 100 Prozent erneuerbaren Energien und tragen zur Netzstabilität bei.“
Direkter Mehrwert für die Kommune
Auch wirtschaftlich profitiert die Stadt Wangen vom neuen Solarpark. Neben zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen erhält die Kommune eine freiwillige, nicht zweckgebundene Abgabe der EnBW gemäß Erneuerbaren-Energien-Gesetz. Diese kann beispielsweise für Kindergärten, Schulen oder Bildungsprojekte eingesetzt werden.
Michael Lang, Oberbürgermeister der großen Kreisstadt Wangen im Allgäu, freut sich über die Vorteile des Solarparks: „Dieses Projekt zeigt, wie Energiewende vor Ort gelingen kann: gemeinsam, verantwortungsvoll und mit direktem Nutzen für unsere Bürgerinnen und Bürger. Der Solarpark stärkt nicht nur den Klimaschutz, sondern auch unsere Stadtgemeinschaft – wirtschaftlich und ideell.“