Finissage am Sonntag, 6. September in der Galerie in der Badstube

Eine Person präsentiert in einem Ausstellungsraum Kunstwerke. Zwei weitere Personen hören aufmerksam zu. Der Raum hat helle Wände und ist mit Kunstwerken dekoriert. Eine transparente Vitrine steht im Vordergrund, in der sich ein graues Objekt befindet.

Erhard Witzel – Kunstsammler, Galerist, Ausstellungsmacher und 2025 Gründer der „ErWi“-Stiftung zur Förderung zeitgenössischer Kunst im deutschsprachigen Raum – erörtert um 15 Uhr im Gespräch mit dem Kurator Herbert Aselmann Aspekte des Vorarlberger Kunstmarkts.

 

 

Erhard Witzel, Jahrgang 1949, ist in Deutschland und Österreich eine bekannte Größe im Kunstmarkt. Seit 2009 betreibt er den Dornbirner Kunstraum „QuadrART“ als ein Forum für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, Projekte, Vorträge, Lesungen und Diskussionen. Darüber hinaus ist er in den Bereichen Kunstberatung, Sammlungs- und Nachlassbetreuung tätig.  

Statement von Erhard Witzel:

"Der globale Kunstmarkt präsentiert sich als ein undurchsichtiges Milieu mit unscharfen Konturen und weitgehend unbekannten Regeln. Insbesondere die Gegenwartskunst wird zunehmend von Neureichen beherrscht, wodurch das System kommerzialisiert wird und Kunst zur reinen Währung und Spekulationsmasse degeneriert. Gleichzeitig besitzt das leidenschaftliche Sammeln von Kunst nach wie vor die Kraft, das eigene Leben grundlegend zu verändern. Wer in diesem globalen Gefüge im Kunstmarkt langfristig erfolgreich sein will, muss global agieren; wer heute z.B. nicht in Asien präsent ist, stellt sich auf dem internationalen Parkett selbst ins Abseits. Wie extrem die wirtschaftliche Schieflage dieses Marktes ist, zeigt sich an der Spitze: Weniger als ein Prozent der verkauften Kunstwerke sorgt für stolze 55 Prozent der gesamten Wertschöpfung. Ganz im Gegensatz zu diesem spekulativen globalen Markt zeigt sich die Kunstszene in Vorarlberg zwar regional stark vernetzt, kämpft aber mit ganz eigenen, strukturellen Herausforderungen. Hier trifft eine hohe Zahl an produktiven Künstlern auf vergleichsweise wenige Sammler, was zu einem spürbaren Angebotsüberhang führt. Verstärkt wird diese Marktenge durch die sprichwörtliche alemannische Sparsamkeit: Traditionell wird im Rheintal und den Tälern eher in Beton, Architektur und Handwerk investiert als in das vermeintliche Risiko zeitgenössischer Kunst. Trotz starker Institutionen und Initiativen wie der STAGE Bregenz macht es dieses vorsichtige Kaufverhalten lokalen Kunstschaffenden schwer, allein vom regionalen Markt zu leben."