Das Gasthaus Hirsch in Leupolz ist vom Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e. V. mit einem Sonderpreis für das besondere Konzept ausgezeichnet worden, teilt das Regierungspräsidium Tübingen mit.
Nachdem der Wettbewerb „Vorbildliches Dorfgasthaus“ im März 2025 ausgelobt war, bewarben sich rund 60 Gasthäuser.
Eine Jury aus Mitgliedern des Arbeitskreises, Kulturwissenschaftlern und Gastronomiefachleuten entschied über die Bewerbungen. Das Ergebnis wurde vom Vorsitzenden des Arbeitskreises Heimatpflege Karlheinz Geppert bekanntgegeben.
Zu den Preisträgern gehören das Gasthaus Hirsch in Tübingen-Derendingen, Landkreis Tübingen, das Gasthaus Krone in Albstadt-Lautlingen, Zollernalbkreis, sowie das Gasthaus Traube in Tettnang-Wielandsweiler, Bodenseekreis. Eine Auszeichnung für ein besonderes Konzept erhalten das Gasthaus Adler in Münsingen-Buttenhausen, Landkreis Reutlingen, das Gasthaus Hirsch in Leupolz, Landkreis Ravensburg, und das Gasthaus Ochsen in Burladingen-Melchingen, Zollernalbkreis.
Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung wurden jetzt dem Gasthaus Hirsch und dem Gasthaus Adler ihre Preise verliehen. Die prämierten Gasthäuser erhielten von Regierungspräsident Klaus Tappeser, der auch Schirmherr des Preises ist, sowie Karlheinz Geppert eine Stele und eine Urkunde überreicht. Für eine besondere Atmosphäre bei der Preisverleihung sorgte die musikalische Begleitung durch den Musikverein Derendingen. „Ich bedanke mich bei allen Dorfgasthäusern, die an dem Wettbewerb teilgenommen haben und gratuliere den Preisträgern. Dorfgasthäuser, als Treffpunkte für die Bürgerschaft, sind für ihre Gemeinde von zentraler Bedeutung. Mit der Auszeichnung soll die Wichtigkeit des Fortbestehens der Dorfgasthäuser in das öffentliche Bewusstsein rücken. Denn schließlich sind diese ein wichtiger Bestandteil unserer lebendigen Heimat,“ so Regierungspräsident Tappeser. Für die weiteren Preisträger gibt es gesonderte Veranstaltungen.
Traditionelles und kulturelles Konzept
Das Gasthaus Hirsch in Wangen-Leupolz im Landkreis Ravensburg erhält die Auszeichnung für sein traditionelles und kulturelles Konzept. Seit vielen Jahren ist das Gasthaus Hirsch ein lebendiger Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft und trägt aktiv zur Stärkung des lokalen Zusammenhalts bei. Als traditionelles Gasthaus mit tiefen Wurzeln in der Region ist das Gasthaus stolz darauf, ein Ort zu sein, an dem sich Vereine, Stammtische und Dorfbewohner regelmäßig begegnen und gemeinsam das gesellschaftliche Miteinander pflegen. Ob kulturelle Veranstaltungen, Feste oder spontane Zusammenkünfte – das Gasthaus Hirsch ist weit mehr als nur ein Ort des Genusses. Es ist ein Stück gelebte Heimat.
Zum Hintergrund
Die Zahl der Dorfgasthäuser ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen. Gleichzeitig hat sich zunehmend ein Bewusstsein für den Stellenwert entwickelt, den Dorfgasthäuser für die Identität von Gemeinden im ländlichen Raum und deren Bewohner besitzen. Um ihr Überleben zu sichern, sollen Dorfgasthäuser durch innovative Konzepte ihre Attraktivität als Begegnungsstätte für die Menschen in der Umgebung erhalten und steigern. Zur Förderung dieser Entwicklung stiftete der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e. V. 2014 unter dem Vorsitzenden Karlheinz Geppert - auf Anregung des damaligen Regierungspräsidenten Hermann Strampfer - einen Preis für vorbildliche Dorfgasthäuser.
Der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen e. V. ist der Dachverband der in der Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen tätigen Organisationen und Verbände. Seit seiner Gründung im Jahr 1985 unterstützt der Arbeitskreis Heimatpflege Vereine und Verbände, die sich mit der Heimat und der Heimatpflege beschäftigen. Heimatpflege bedeutet für den Arbeitskreis vorwiegend mit ehrenamtlichem Engagement den wiedererkannten hohen Stellenwert der Heimat in einer zusammengerückten Welt verständlich zu machen. Heimatliebe und Weltoffenheit sind in einer globalisierten Welt keine Gegensätze. Der Begriff „Heimat“ wird weit und offen gefasst, er umfasst nicht nur Erinnerungskultur. Heimat ist keinesfalls Reservat für wenige, sondern bietet Raum für viele.