Die Städtische Galerie In der Badstube zeigt ab Sonntag, 23. April 2023 die Ausstellung „kunstreich : afrika!“ aus der Sammlung Mekle-Lohrmann.
Vernissage ist ebenfalls am Sonntag um 11 Uhr. Zur begrüßung spricht Oberbürgermeister Michael Lang, die Einführung übernimmt Susanne Lohrmann, Tübingen. Die Vernissage wird von Mamoudou Doumbouya mit Musik aus Guinée, Westafrika, umrahmt.
Das Sammlerpaar Wolfgang Mekle und Susanne Lohrmann beschäftigt sich seit vielen Jahren mit traditioneller Kunst aus Afrika. Nach einem eher zufälligen Fund einer kleinen Figur auf einem Künstler-Flohmarkt entdeckten sie immer wieder Werke meist unbekannter Künstler, die eine ganz besondere Faszination auf sie als Kunstliebhaber ausübten. Zu den Sammlungsschwerpunkten zählen Objekte aus Westafrika, dem Kongo und dem südlichen wie auch östlichen Afrika. Um die künstlerische und kulturelle Bedeutung Afrikas südlich der Sahara hervorzuheben, integrierte das Sammlerpaar zu den allseits bekannten Masken und figuralen Darstellungen auch dekorativ gestaltete Gebrauchsgegenstände wie Schürzen, Nackenstützen, Hocker, Gefäße, Kämme und Löffel. Das Interesse an der Kultur und Geschichte Afrikas entstand auf zahlreichen Reisen durch verschiedene Länder dieses großen Kontinents und in der Begegnung mit Kunsthändlern in Afrika, aber auch in Europa und den USA. In der steten Auseinandersetzung und Beschäftigung mit den erworbenen Kunstobjekten erhalten die Figuren, Masken und Gegenstände mehrfache Beachtung.
Der Umgang mit bestimmten Materialien wurde für die traditionelle afrikanische Kunst meist über Generationen in Familien oder Dörfern erlernt und weitergegeben, so dass für das Kunstwerk eine Zuordnung zu Regionen und Volksgruppen möglich ist, auch wenn namentlich die Kunstschaffenden meist nicht bekannt sind. Neben dem Töpfern, Weben und Schmieden nimmt der Werkstoff Holz einen wichtigen Platz ein, vor allem für die Herstellung von Statuen, Masken, aber auch für im Alltag gebräuchliche Gegenstände. Die Kombination mit weiteren Materialen ermöglicht eine kreative Vielfalt.
Traditionelle afrikanische Kunst war nie nur „l´art pour l´art“, sondern stand in kulturellen Kontexten und fordert uns heraus, den Einbezug dieser Kontexte wahrzunehmen. Die Wirkung lässt sich also nicht als bloßer Kunstgenuss beschreiben, die Betrachtung des Kunstobjektes bindet Betrachterinnen und Betrachter in ein Größeres ein. Diese Kunst hatte einen „Sitz im Leben“, eine Funktion im Miteinander der Bewohner eines Dorfes und der Angehörigen einer Gemeinschaft. Diese Ausdruckskraft in ihrer ganzen Spannbreite von Freude und Trauer, von Hoffnung und Bedrohung, von Lohn und Strafe, von Transzendenz und Verbundenheit lässt sich beim bewussten Betrachten erahnen und macht die Begegnung mit dieser Kunst besonders.
Die Ausstellung dauert bis Sonntag, 23. Juli 2023.
Info: Bitte beachten Sie die neuen Öffnungszeiten: Freitag, Sonntag und Feiertage 14 bis17 Uhr, Samstag 11 bis 17 Uhr