Heiligabend auf der Autobahn: Gitte und Hans de Vries bringen Geschenke zu Lkw-Fahrern auf den Parkplätzen

Ein Ehepaar steht hinte reinem Bett. Auf dem Bett liegen viele nützliche Sachen.

Wenn Gitte de Vries und ihr Mann Hans an Heiligabend mit einem gepackten Lieferwagen voller Geschenktaschen losfahren, sind sie zutiefst dankbar. Nun schon zum 16. Mal bringen sie 150 Taschen mit praktischen und nützlichen Gegenständen an die Lkw-Parkplätze nördlich und südlich von Wangen. Dankbar sind sie, weil ihnen diese Aktion nur durch viele Spenderinnen und Spender möglich ist.

Mit ihrer Idee berühren sie viele Menschen, denn sie beschenken Lkw-Fahrer, die anstatt gemütlich mit ihren Liebsten Weihnachten zu verbringen, an der Autobahn in ihrem Fahrzeug aufs Ende der Feiertage warten. Und dabei sah es in diesem Jahr zunächst gar nicht gut aus mit den Geschenken. „Ich war schon in Sorge, dass wir dieses Jahr nicht genug Spenden bekommen“, sagt Gitte de Vries. Doch es kam anders.  

So wurde bei einer Firmenfeier unter den Mitarbeitenden Geld gesammelt und anschließend in Tempotaschentücher, Zahnbürsten, Seifen und Toilettenpapier investiert. Ein weiterer Spender brachte aus Italien 50 kleine Panettone-Päckchen mit. Die Jungschar ihrer Kirchengemeinde backt jedes Jahr 500 Plätzchen und verpackt sie. Es gibt Tassen, Bonbontüten, Müsliriegel, Schokolade, aber auch liebevoll gestrickte Socken. „Jedes Jahr bekommen wir von einer Brauerei 20 Kästen alkoholfreies Bier. Die Flaschen verteilen wir dann auf die Taschen“, sagt Gitte de Vries. Das alles lagert auf dem Gästebett, bis es am Freitag vor Weihnachten in ebenfalls gespendete Taschen eingepackt wird. 

Zwei junge Ehepaare helfen Gitte und Hans de Vries beim Packen ebenso wie bei der Auslieferung. Sie sind ab 12 Uhr an Heiligabend unterwegs und fahren zuerst nach Hörbranz auf den großen Parkplatz und dann nach Norden auf der A7 mit verschiedenen Haltepunkten. 

Fast immer werden sie mit großer Freude begrüßt. Gitte und Hans de Vries erleben neben rührenden Momenten auch Lustiges. „Wir sind vor ein paar Jahren auf einem Parkplatz an eine lange Schlange von Fahrzeugen aus Rumänien und Bulgarien gekommen und haben zuerst niemanden angetroffen. Ganz weit hinten am Ende haben wir dann alle Lkw-Fahrer gemeinsam gesehen. Sie hatten sich in einem Lkw einen Tisch zusammengebaut und dort gemeinsam gegessen und gefeiert. Sie wollten uns sogar zum Mitfeiern einladen!“, erzählen die beiden. 

Wenn sie mit ihren Freunden am Abend zurückkommen, waren sie rund 300 Kilometer unterwegs.