Große
Kreisstadt
Wangen
im Allgäu

Historischer Argen-Durchbruch mit einer riesigen Zuschauermenge

Blick auf die Baustelle im Fluss mit vielen Menschen

Sehr viele Zuschauerinnen und Zuschauer lockte der historische Argen-Durchbruch an.

Bagger baggert im Flussbett

Der Bagger öffnet den Weg des Wassers zum Argenknie.

Wasser fließt

Das Wasser fließt.

Viele Menschen mit Handys

Festhalten für die Ewigkeit: Bürgerinnen und Bürger sind mit den Handys am Start.

Drei Männer am neuen Flussbett

Regierungspräsident Klaus Tappeser, Oberbürgermeister Michael Lang und der verantwortliche Fachplaner zeigen, wie das Flussbett der Argen verändert wurde, damit sich das Wasser einen neuen Weg suchen kann.

Den historischen Baggerbiss für den Argen-Durchbruch haben am Freitag, 29. Juli 2022, Regierungspräsident Klaus Tappeser, Staatssekretär Benjamin Strasser (MdB), Oberbürgermeister Michael Lang, der Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH, Karl-Eugen Ebertshäuser, Vertreterinnen und Vertreter der Fachplanungsbüros und der ausführenden Baufirmen sowie weit über 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger verfolgt.

Ein Meilenstein für die Revitalisierung der Oberen Argen ist die Umleitung der Oberen Argen an der Argenwiese auf Höhe der Werksgärten der ERBA. Mit dem Argen-Durchbruch wurde am Freitag, 29. Juli 2022, der Fluss auf der Argenwiese in einem Bogen rund 80 Meter Richtung Prallhang umgeleitet, damit das Wasser sich später dort in der Fläche seinen Weg suchen und ausbreiten kann. Der alte Flussarm bleibt als Rumpf erhalten und dient jenen Wasserbewohnern als Rückzugsgebiet, die nur eine schwache Strömung vertragen oder sich bei Hochwasser in ruhigere Abschnitte zurückziehen.

Die Arbeiten am und im Fluss konnten dank der weitgehend trockenen Witterung planmäßig und zügig ausgeführt werden. Um die Fischwelt – hier vor allem die geschützte Groppe – nicht zu gefährden, wurde mit den Arbeiten im Gewässer bis zum Ende der Schonzeit Mitte Juni gewartet. Ebenfalls zum Schutz der Tiere wurde in mehreren Etappen jeweils vor einem Baggereinsatz partiell abgefischt. Die Arbeiten im Fluss werden Ende September abgeschlossen sein, für die Größe der Maßnahme eine sehr sportliche Leistung, die bei Hochwasser kaum möglich gewesen wäre. Zum raschen Abschluss der Arbeiten trug auch bei, dass die Netze BW zügig mit den Verlagerungen der Stromleitungen nach Süden und unter die Erde vorankam. 

Bis vor Kurzem war die Obere Argen an keiner Stelle im gesamten Flussverlauf so sehr in ein Korsett der Uferbefestigungen eingezwängt wie im Bereich der Stadt Wangen. Damit konnte sich das Wasser kaum einen Weg aus dem Flussbett hinaus auf die Wiesen suchen, wenn der Fluss zu viel Wasser führte. Fische und andere Wasserbewohner wurden dann meist davongetragen. Andererseits genügte der Wasserstand unterhalb des Wehrs bei der Argeninsel in trockenen Zeiten häufig nicht mehr für Fische und andere Organismen. Die jetzigen Eingriffe und der schon 2014 fertiggestellte Fischpass beim Wehr werden dies ändern. So sollen auch in Zeiten von Niedrigwasser Fische idealerweise vom Bodensee bis hinauf zum Ursprung im Oberen Allgäu schwimmen können. Im Auge haben die Experten dabei insbesondere die Seeforelle, aber auch die Groppe und der Strömer.Mehr dazu lesen Sie hier