Inklusionsprojekt: Gelungener Workshop führt zu zwei bunten Rampen

Mehrere Personen beobachten einen jungen Mann. Er schiebt einen Kinderwagen über eine Rampe.

Das Team vom Jugendhaus, GeWin sowie Allessa Schüler, Leiterin von prooptik in Wangen freuen sich über die Rampe, die das Geschäft auch für Kinderwagen schiebende Personen leichter zugänglich macht.

Eine Frau schiebt eine Rollstuhlfahrerin über die neue Rampe. Das Team schaut zu.

Madlien Wiedermann von GeWin schiebt eine Rollstuhlfahrerin über die neue Rampe.

Das Team Jugendarbeit vom städtischen Jugendhaus und GeWin (Gemeinsam Wangen inklusiv) wollen mit verschiedenen Projektpartnern Wangen zugänglicher machen für Menschen mit Gehbehinderung, aber auch beispielsweise für Kinderwagen schiebende Menschen. Jetzt sind zwei der geplanten drei bunten Rampen bei einem gemeinsamen Workshop mit Schülerinnen und Schülern der siebten Klassen der Gemeinschaftsschule (GMS) und Beschäftigten der Liebenau Teilhabe gGmbH gebaut worden.

Die ersten beiden bunten Rampen wurden jetzt SönmeZ Altbewährtes in der Schmiedstraße befestigt.  Die zweite Rampe wurde jetzt vor prooptik in der Paradiesstraße ausgelegt.
 
In einer Projektwoche im Jugendhaus wurde rund um zwei Tische mit bunten Steinen gehämmert und geklebt. Gehämmert deshalb, weil die Steine fest aufeinandersitzen müssen. Geklebt, damit jede Schicht sich gut mit der unteren verbindet. Und so jubelte schon am dritten Tag die erste Gruppe über eine fertig gebaute Rampe. 
Der Workshop bot zudem eine gute Möglichkeit, mit Menschen mit Behinderung ins Gespräch zu kommen und ihre Lebenswirklichkeit kennenzulernen. Zum Workshop gehörte am ersten Tag die ganz praktische Erfahrung, wie es ist, wenn man mit einem Rollstuhl durch Wangen fährt und einkaufen möchte. Oder wenn man eine barrierefreie Toilette sucht. Die Jugendlichen fragten Menschen auf der Straße, ob sie ihnen sagen könnten, wo es eine barrierefreie Toilette gibt. Das Ergebnis war enttäuschend. „Manche wussten schon gar nicht, was mit barrierefrei gemeint ist“, erzählt Madlien Wiedermann, die vonseiten GeWin das Projekt betreute. Auch Fragen, ob man helfen könnte, zum Beispiel eine Treppe zu überwinden, seien eher zurückhaltend beantwortet worden. 

Am selben Vormittag berichtete Pascal Wörner, bekannt als Bandmitglied der „Reisegruppe Fröhlich“, von seinem Leben und seinen Einschränkungen. Er kommuniziert mit den Mitmenschen über seinen Sprach-Computer und macht darüber auch Musik und singt. Beim gemeinsamen Rampenbauen ergaben sich die Kontakte zwischen den Teilnehmenden von selbst, aber auch beim Kickerspielen in den Pausen. 

Der Workshop endete mit einem Konzert der Reisegruppe Fröhlich und einem gemütlichen Zusammensein und der Frage, was alles zum Gelingen von Inklusion beitragen könnte. 

Die dritte Rampe soll bei einem passenden Event dieses Jahr hergestellt und am Begegnungsraum, Bindstraße 37, eingebaut werden. 
Dann werden 50 kg Lego-Steine verbaut sein, die Hälfte davon stammte aus Spenden, die im Winter eingesammelt wurden. Die restlichen Lego-Steine wurden über GeWin finanziert. Geholfen hat auch eine Materialspende von PhotovoltTEC, um das Projekt umzusetzen.