Fast 60 ehemalige Mitglieder des Jugendblasorchesters werden das aktuelle JBO bei seinem Jubiläumskonzert am Samstag, 12. November 2022, um 19 Uhr im Saal der Freien Waldorfschule verstärken. Dirigent Reiner Hobe wird also ein riesiges Orchester von rund 100 Musikerinnen und Musikern vor sich haben. Anlass ist das Jubiläum 50 + des Orchesters. Der Eintritt ist frei.
Auf dem Programm stehen die beliebtesten Stücke des JBO.
Eine ganze Reihe früherer JBO-Musiker ist bis heute der Stadtkapelle treugeblieben, die sich unter anderem aus der Jugendkapelle speist. Wieder andere haben die Musik zum Beruf gemacht und freuen sich auf das Treffen in Wangen.
Peter Kramer hat unter den früheren Mitgliedern gefragt, was ihnen das JBO bedeutet hat und welche Rolle es für ihre Laufbahn als Musiker gespielt hat. Die Antworten zeigen, dass das Jugendblasorchester schon immer ein toller Ort für junge Leute war, an dem viel gelernt und gearbeitet wurde, aber wo es auch viel zu Erleben gab und der spaß nicht zu kurz kam.
So schreibt Professor Dr. Philipp Ahner, Trossingen: „Ohne dass JBO wäre mein Leben sicher anders verlaufen. Dass ich heute Prorektor und Professor an einer der 24 deutschen Musikhochschulen bin, verdanke ich auch meinen Erfahrungen und Erlebnissen in diesem Jugendblasorchester. Im Jahr 1982 begann ich mit Hornunterricht bei Hans Ramacher und war sicher kein Musterschüler. Meine Motivation beim Instrument zu bleiben, war vor allem die Mitwirkung in den Orchestern und damit verbundenen Aktivitäten und Reisen. Also übte ich letztlich doch und konnte ab 1988/1989 für gut fünf Jahre im JBO mitwirken. Ich erinnere mich noch gerne an Erlebnisse in den Proben, Probenwochenenden (beispielsweise Überlingen), Konzerten oder Exkursionen nach La Garenne-Colombes oder Göteborg. Das JBO hat mein Verständnis eines gelingenden sozialen und musikalischen Miteinanders nachhaltig geprägt.“
Professor Martin Spangenberg, Berlin, blickt so zurück: „Im JBO habe ich meine ersten musikalischen Erfahrungen im gemeinsamen Musizieren gemacht. Zum ersten Mal konnte ich spüren, was es heißt, mit anderen gemeinsam zu spielen, aber auch, was es heißt, unter dem strengen Blick eines Chefs (dem damals noch gar nicht so alten Frits) Woche für Woche hart zu arbeiten, um dann zu einem tollen gemeinsamen Konzerterlebnis zu gelangen. Auch wenn ich so ehrlich sein will zuzugeben, dass es mich schon früh eher zur sinfonischen als zur Blasmusik zog, habe ich mich sehr über die Einladung zum Jubiläumskonzert gefreut: Ich freue mich, alle die lieben und bekannten Gesichter von früher zu sehen und zu hören, was im Leben so alles passiert ist. Natürlich freue ich mich auch, mal wieder in meinem ersten Ensemble zu musizieren und den einen oder anderen vergangenen Schlager aufleben zu lassen.“
Zwar kann Wolfgang Kogler, Berlin, leider nicht teilnehmen, doch er hat sogar ein Angebot für das JBO geschickt: „Ich habe nach meinem Musikstudium in den 80er Jahren in Berlin noch Kulturmanagement in Hamburg studiert und war zu einem Praktikum beim Ensemble Modern in Frankfurt. Doch immer wieder zog es mich zurück an die Musikschule in Berlin, wo ich immer noch bin und auch bleibe. Die Wurzeln liegen in der Wangener Musikschule bei Frits Hauser und Alfred Groß und den beiden Kapellen JBO und Stadtkapelle. Das war eine großartige Lern- und Lehrzeit. Ich habe mich riesig über die Aktivitäten, die zu diesem Wangener Konzert führen, gefreut. Falls es sich eines Tages ergibt, schreibe ich ein Stück fürs JBO.“
Andrea Thiermann, Badenweiler: „Das JBO war für mich meine erste musikalische Heimat, mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam Musik zu machen, zu lernen, Freunde zu haben, zu reisen.
Angefangen von meiner ersten Musikfreizeit auf Burg Wildenstein, Auftritte in Stuttgart, die brasilianische Nationalhymne im Fußballstadion, Dänemark/Billund (oh Mann, hatte ich da noch Heimweh) und 1981 nach Istanbul in die Türkei. Ich freue mich sehr auf das Treffen mit vielen Ehemaligen und unserm ‚Meister‘ Frits Hauser und darauf, die vielen noch bekannten Stücke am Konzert mitspielen zu dürfen. Es werden sicher viele emotionale Erinnerungen geweckt werden.“