Karsee hat seine Schatzküche in Betrieb genommen

Drei Männer stehen an einem Brunnen, aus dem man Bier zapfen kann.
Musikkapelle vor einem Platz voller Menschen unter Sonnenschirmen.

Was tun, wenn ein Dorf keinen guten Raum hat, um sich zu treffen? Aber wenn es eine alte Schule hat, die nur noch teilweise genutzt wird? Gemeinsam hatte die Ortsverwaltung Karsee mit der damaligen Ortsvorsteherin Kornelia Keller an der Spitze und der Stadtverwaltung die Idee einer „Schatzküche“.

Aus zwei ungenutzten Räumen im Erdgeschoss der ehemaligen Hauptschule sollte eine große Küche und daneben ein Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft werden. Der Gedanke dahinter: Vereine wie die Landfrauen sollten die Räumlichkeiten nutzen können, um dort bewährtes Wissen über Lebensmittel, Kochen und alte Rezepte weiterzugeben. Aber auch darüber hinaus sollte die Dorfgemeinschaft zusammenkommen können.

Am Brunnenfest 2025 wurde die Schatzküche samt Gemeinschaftsraum und neu gestaltetem Platz mit einem neuen Brunnen offiziell in Betrieb genommen. Die schöne Aufgabe, das Projekt vorzustellen, hatte der aktuelle Karseer Ortsvorsteher Christoph Bahr. Er betonte, dass es unter anderem der Beharrlichkeit seiner Vorgängerin im Amt zu verdanken sei, dass das Dorf nun über so einen Schatz in der Dorfmitte verfügen könne. Die Initialzündung dafür sei durch eine ELR-Förderung von 114 000 Euro gekommen, die es der Stadt ermöglicht habe, das Projekt anzugehen. 
Einen großen Beitrag leisteten die Karseer Vereine, die vor allem bei den Rückbauarbeiten 200 Arbeitsstunden beitrugen, um die Kosten möglichst niedrig zu halten. Auch viele Firmen hätten sich engagiert. Allen, die zum Gelingen beigetragen haben, galt sein großer Dank.

Christoph Bahr lenkte den Blick auch auf das Gesamtgefüge von Karsee und der Nachbarortschaft Leupolz. Mit dem gemeinsamen Feuerwehrhaus und dem Kindergartenneubau in der Nachbarschaft, aber auch mit der Schatzküche, wende die Stadt Wangen in diesem Bereich aktuell an die 8,4 Millionen Euro auf. Unter dem Beifall der den Platz füllenden Gäste dankte er der Stadt Wangen und Oberbürgermeister Michael Lang ausdrücklich für diese Investition. Und er dankte auch allen Mitarbeitenden bei der Stadt, die in der Planung und Ausführung eingebunden waren. Ganz besonders erwähnte er das Engagement von Bernhard Ohlinger im Bauamt, der immer versucht habe, alle Wünsche zu erfüllen. 

Der Brunnen wurde nach Vorstellungen des Ortschaftsrats und des Fischereivereins hergestellt und durch eine Spende der Landesgartenschau GmbH ermöglicht. 
Zuvor hatte Pfarrer i.R. Peter Aubele die neuen Räume gesegnet. Menschen bräuchten Räume, wo sie sich treffen und austauschen könnten für ein gelungenes Miteinander, sagte er. Im neuen Gemeinschaftsraum könnten die Menschen Gemeinschaft erfahren, anstatt in der Einsamkeit zu verkümmern.