Große Freude bei der Stadt Wangen: Insgesamt erhält sie für den Breitbandsausbau in den Ortschaften Deuchelried, Leupolz, Niederwangen, Neuravensburg und Schomburg rund 80 Millionen Euro: 32 Millionen Euro sind jetzt von Innen- und Digitalisierungsminister Thomas Strobl übergeben worden. Der Bund gibt noch einmal 40 Millionen Euro dazu. Zehn Prozent ist die Eigenbeteiligung der Stadt. "Mit dieser Komplettförderung haben wir nicht gerechnet", sagt Oberbürgermeister Michael Lang.
Die Stadt hat die höchstmögliche Förderung bekommen mit 32 Mio Euro vom Land und 40 Mio Euro vom Bund, bei 10 Prozent Eigenbeteiligung. „Das war eine große Überraschung für uns“, sagt OB Michael Lang. „So kommen alle Ortschaften direkt in die Förderung.“ Bei der Stadt war man davon ausgegangen, dass die Ortschaften Deuchelried, Leupolz, Neuravensburg, Niederwangen und Schomburg nacheinander in die Förderung kommen. Karsee ist nicht dabei, weil die Ortschaft im Rahmen des „Weißen Flecken-Programms“ bereits ausgebaut wurde.
Bereits gestern gab es den ganzen Tag über eine Sitzung im Wangener Rathaus, um alle Dörfer und Weiler zusammenzutragen, die an dem Projekt teilhaben. Denn mit der Übergabe der Förderung kann mit der Ausschreibung der Planungsleistungen begonnen werden. Zur Umsetzung hat die Stadt Wangen im Allgäu dann rund fünf Jahre Zeit. „Wir sind dem Zweckverband Breitbandversorgung im Landkreis Ravensburg sehr dankbar für seine tatkräftige Unterstützung bei der Antragstellung“, sagte OB Lang. Die zum Ausbau benötigten 8 Mio Euro sind in den kommenden Haushalten bereits eingeplant.
Insgesamt hat der Minister im Innenministerium Baden-Württemberg Förderbescheide in Höhe von 231,16 Millionen Euro für den kommunalen Breitbandausbau übergeben. Insgesamt profitieren 22 Zuwendungsempfänger mit 29 Projekten, schreibt das Innenministerium Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es dort: „Leistungsfähige digitale Netze sind heute weit mehr als technische Infrastruktur. Sie sind die Grundlage für wirtschaftliche Stärke, gleichwertige Lebensverhältnisse, eine moderne Verwaltung – und zunehmend auch für die Resilienz unseres Landes. Jeder Euro, den wir in die digitale Infrastruktur investieren, ist eine Investition in die Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit“, betonte Digitalisierungsminister Thomas Strobl bei der feierlichen Übergabe der Förderbescheide am 13. Januar 2026 in Stuttgart.
Fokus auf Gigabitförderung und Glasfaser bis ins Gebäude
Mit den bewilligten Maßnahmen entstehen landesweit 57.396 neue Glasfaseranschlüsse. Darunter fallen 53 Schulanschlüsse, 4.004 Anschlüsse für Unternehmen, 2 Anschlüsse für Krankenhäuser, 55 Anschlüsse für öffentliche Einrichtungen sowie 135 Anschlüsse für schwer erreichbare Grundstücke. Die Förderbescheide wurden den Kommunen bereits im Dezember 2025 zugestellt, die feierliche Übergabe der Urkunden fand nun im Januar 2026 statt. Auf diese Weise konnten die landesseitig zur Verfügung stehenden Mittel des Haushaltsjahres 2025 noch vollständig gebunden werden.
32 Millionen Euro für Glasfaserausbau in Ravensburg
Die höchste Einzelförderung dieser Übergaberunde hat der Zweckverband Breitbandversorgung im Landkreis Ravensburg erhalten. Für den Glasfaserausbau in Wangen im Allgäu stellt das Land 32 Millionen Euro bereit. „Große Infrastrukturprojekte und kleinere Kommunen gehören gleichermaßen zu unserer Förderstrategie. Entscheidend ist, dass überall im Land zukunftsfähige Netze entstehen“, so Digitalisierungsminister Thomas Strobl.
Seit Beginn der Breitbandförderung im Jahr 2016 hat Baden-Württemberg 3.784 Projekte unterstützt. Insgesamt wurden dafür rund 3,5 Milliarden Euro Landesmittel sowie weitere 3,85 Milliarden Euro Bundesmittel investiert – zusammen über 7,3 Milliarden Euro.
Inzwischen sind für mehr als eine Milliarde Euro Gräben, Leitungen, Schächte, Verteilerkästen und Anschlüsse an Häuser gebaut. Damit sind rund 30 Prozent der vom Land bewilligten Mittel für den Breitbandausbau ausbezahlt und die Investitionen kommen jetzt unmittelbar den Menschen vor Ort zu Gute.