Nach mehrjähriger Pause haben sich Menschen mit Behinderung wieder mit Oberbürgermeister Michael Lang, der Inklusionsbeauftragten Madlien Wiedermann und Vertreterinnen und Vertretern des Ordnungs- und Sozialamts zur Anhörung getroffen.
Auf der Tagesordnung stand der Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre, denn 2019 hatte die bis dahin letzte Anhörung der Menschen mit Behinderung stattgefunden. Pfarrerin Franziska Müller begrüßte für die evangelische Kirchengemeinde die Gäste. Gleichzeitig stellte sie den neuen Dekan, Tobias Kröll, vor.
Auch Oberbürgermeister Michael Lang hieß die Teilnehmenden herzlich willkommen und steuerte zügig auf das Thema dieses Nachmittags zu. Er blickte zurück auf all das, was sich in den vergangenen Jahren im Sinne der Menschen mit Behinderung in Wangen entwickelt und verbessert hat. „Vieles von dem, was gezeigt wird, geht auf Anregungen aus diesen Begegnungen zurück“, sagte er. Darunter fielen Rampen und Aufzüge, die in kommunalen Gebäuden und Anlaufstellen eingebaut wurden. Beispiele sind das Bürgeramt, die Stadtbücherei, das Dorfgemeinschaftshaus in Deuchelried, aber auch einige Schulen und Kindergärten.
Eine ganze Riehe von Verkehrsthemen wurden angesprochen wie die fortlaufende Absenkung von Gehwegen oder den Einbau von Querungshilfen auf Straßen und an Kreisverkehren. Bei der Umgestaltung von ERBA und Auwiesen und des Argenparks zur Landesgartenschau wurde mit Blick auf die Barrierefreiheit geplant und gebaut: Wohnungen, Brücken und Stege. Auf die Frage, ob jemand der Anwesenden heute in der ERBA arbeite, gingen viele Finger in die Höhe. Deshalb war auch die Freude groß, dass OB Lang die Grasköpfe, die in der Werkstatt der Stiftung Liebenau über den Sommer 2024 hergestellt wurden, im Vortrag würdigte.
Nicht nur in den Auwiesen wird eine barrierefreie Kindertagesstätte gebaut, wie OB Lang ausführte, sie sind auch in Primisweiler und durch die Katholische Kirchengemeinde in der Praßbergsiedlung entstanden. Im sanierten Freibad ermöglicht ein Aufzug den barrierefreien Zugang zu den Schwimmer- und Freizeitbecken.
Bei der Sanierung von Straßen in der Altstadt wurden ebenerdige Wege hergestellt. An vielen Stellen wurde leichter begehbares Pflaster eingebaut. Doch über das Thema Pflaster wurde ebenso diskutiert wie über die Aufsteller, die für Menschen mit Gehbehinderung oft ein Hindernis darstellen, wie es hieß. OB Lang sah das Problem, bat jedoch auch um Verständnis für den Handel in der Innenstadt.
Eine Reihe weiterer Punkte wurden zur Prüfung mitgenommen: Unter anderem: Ob man es ermöglichen kann, mit dem Fahrrad-Dreirad durch die Fußgängerzone zu kommen; das Thema Toiletten insgesamt und für Menschen mit Behinderung im Besonderen. Zu diesem Punkt gibt es Pläne, sagte OB Lang. Die Verkehrssituation rund um den Aumühleweg soll noch einmal genauer beobachtet werden. Die bekannt schlechte Busverbindung von Haslach nach Wangen wurde ebenso thematisiert wie die Schließung des Schwimmbads dort durch die Stiftung.
Eine sehr gute Nachricht gab es jedoch auch: die bisherige und in die Jahre gekommene Bestuhlung für die Sommerkonzerte an der Eselmühle wird ersetzt durch die bunten Stühle der Landesgartenschau.
Vorgestellt hat sich an dem Nachmittag Madlien Wiedermann, die seit drei Jahren die Inklusionsbeauftragte der Stadt Wangen ist. Ihre Amtszeit wurde gerade wieder um drei Jahre verlängert. Sie erklärte, was Inklusion bedeutet: „Es heißt, dass möglichst alle mitmachen können.“ Erreichbar ist sie montags von 17 bis 19 Uhr unter der Handynummer 0160 99814 637. Per Email unter inklusionsbeauftragte.wangen@gmail.com. Regelmäßig am 1. Samstag im Monat kann man sie nach vorheriger Anmeldung im Aumühleweg 1 in Wangen treffen. OB Lang dankte ihr für ihr Engagement und die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Zudem lud er zum „Tag der Inklusion“ am 3. Mai 2025, von 10 bis 13 Uhr auf dem Marktplatz ein.
Info: Beim „Tag der Inklusion“ Die örtlichen Organisationen und Institutionen stellen ihre Arbeit sowie ihre Angebote vor. Nach der Eröffnung durch Oberbürgermeister Michael Lang spielen unter anderem die Inklusionsbands "Veeh-Harfen" und „Reisegruppe Fröhlich“. Zudem gibt es Mitmachaktionen für Groß und Klein, eine Ausstellung in der Bücherei zum Thema „Ableismus“ sowie eine Stadtführung in Gebärdensprache, die für Hörende übersetzt wird. Bei schlechtem Wetter muss die Veranstaltung leider entfallen.