Premiere für Wangen in Wil in der Schweiz: Die Stadtkapelle und die Cantarte-Chöre haben die Eröffnung des Wiler Stadtfests offiziell eröffnet. Heiß war’s, aber die Wangener erlebten viel Herzlichkeit.
Drei Böllerschüsse ertönten, bevor die Stadtkapelle Wangen unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Tobias Zinser mit „Olympic Fanfare and Theme“ den Auftakt der Eröffnung des Wiler Stadtfestes bestritt. Im Wechsel mit den Reden trotzte das Orchester den hohen Temperaturen auf dem zentralen Bleicheplatz. „Wil lebt - und wie!“, gab der Präsident des Organisationskomitees, Jigme Shitsetsang, als Losung aus. Sein besonderer Gruß galt der Delegation aus Wangen mit Oberbürgermeister Michael Lang, den Stadträten Tilman Schauwecker, Johannes Sontheim und Frank Scharr und einigen privat Reisenden. „Ihre Präsenz ist ein Ausdruck gelebter Städtepartnerschaft. Es zeigt die Verbindung über Grenzen hinweg“, sagte er. Die Stadt Wil charakterisierte er als „Stadt, die am Wachsen ist“ und als lebendiges, verbindendes und zum Feiern aufgelegtes Gemeinwesen.
Der “Rote Ueli” verbindet Wangen und Wil
Das Programm und auch die Essensangebote auf dem gesamten Platz spiegelten die Vielfalt der rund 25 000 Einwohner zählenden Stadt im Kanton St. Gallen. „Wir möchten zeigen, was hier möglich ist – ein lebendiges, offenes und positives Wil“, sagte Jigme Shitsetsang. Auf die Frage des Moderators, Benjamin Heutschi, ob das Publikum wisse, was Wangen und Wil verbindet, kam prompt der Zuruf: „Der Rote Ueli!“. Es ist jener Abt des Klosters St. Gallen, der als Bäckerssohn Ulrich Rösch vor 599 Jahren in der Bindstraße in Wangen zur Welt kam. Er gründete den „Hof zu Wil“ und machte damit die Stadt zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Zentrum am Ausgang des Mittelalters. Später erzählte Stadtführer Ruedi Schär auf dem Weg durch die zauberhafte Altstadt, dass Wil dadurch lange Zeit bedeutender war als St. Gallen.
Viele Wangen-Fans unter den Gästen
Mit herzlichem Applaus wurde Oberbürgermeister Michael Lang begrüßt. Keine Frage – unter den zahlreichen Gästen waren viele, die Wangen und seinen OB während der Landesgartenschau kennengelernt hatten. Er erzählte, dass er zuletzt im Frühjahr mit der Laufstafette in Wil war. „Dabei durften wir erleben, was uns verbindet. Wir leben in einem Kulturraum und sind als Städte eng verbunden durch Ulrich Rösch“, sagte er. Dem Wiler Stadtpräsidenten, Hans Mäder, überreichte er einen Kräuter-Gruß aus dem Klostergarten beim Haus der Bürgerstiftung in Wangen, den die Schweizer Freunde neben anderem zum Park der LGS beigetragen hatten. Auch Hans Mäder betonte die enge Verbindung, die bereits zwischen beiden Städten gewachsen ist. Allerdings, scherzte er, das Wetter könnten die Wiler besser: „Ich war vergangenes Jahr an 20 Tagen in Wangen – und jedes Mal hat es geregnet. Die Wangener kommen einmal nach Wil – und dann scheint die Sonne.“
Einen herzlichen Willkommensgruß überbrachte auch die Stadtparlamentspräsidentin Meret Grob. Sie betonte, was Will zur Heimat für alle macht – und berichtete von vielen Aktivitäten, die vor allem Vereine ermöglichen. Wil sollte auch Veränderungen willkommen heißen, appellierte sie.
Stadtkapelle und Cantarte-Chöre bieten festlich-beschwingtes Rahmenprogramm
Mit der Zugabe des Werks eines Schweizer Komponisten verabschiedete sich die Stadtkapelle und überließ die Bühne den Cantarte-Chören unter Martina Klesse-Schmitz. Sie sangen ein sehr unterhaltsames, beschwingtes Programm, zu dessen Höhepunkten das Solo von Leonie Flügel in einem Aretha Franklin-Medley gehörte. Besonderen Anklang fand der Kulinarische Beitrag des Allgäus: Die Landfrauen aus der Region stellten Unmengen Kässpätzle her, die gerne gegessen und viel gelobt wurden.
Info: Das 9. Cantarte-Gezwitscher gibt es am kommenden Samstag, 12. Juli 2025, um 11 Uhr, 12.15 Uhr und 13.30 Uhr im Innenhof des Hinderofenhauses. Am selben Abend spielen das Jugendblasorchester und die Stadtkapelle Wangen ab 20 Uhr das Sommernachtskonzert auf dem Marktplatz.