Der Gemeinderat hat den Weg freigemacht, dass das ehemalige WLZ-Gelände zwischen Zeppelinstraße und Bahnhofstraße in absehbarer Zeit mit Gewerbeimmobilien bebaut werden kann. Vorgesehen ist eine Rochade mehrerer Händler.
Geplant sind auf der Brache zwei Gebäude mit einer Grundfläche von 2900 und 1500 Quadratmetern. In den größeren Bau wird im Erdgeschoss der Rewemarkt einziehen, der bisher auf der anderen Straßenseite untergebracht ist. Geplant ist damit auch die Vergrößerung der Verkaufsfläche von 1400 auf 1800 Quadratmeter. In den oberen beiden Stockwerken wird es weitere Gewerbeflächen geben. Möglich wären neben Büros auch Unternehmen im Freizeit- und Sportbereich. Das dritte Stockwerk soll etwas zurückgesetzt sein.
Im bisherigen Rewemarkt kann mit dem Expertmarkt ein Unternehmen einziehen, das schon länger eine ebenerdige, attraktive Bleibe sucht. Nach dem Auszug aus dem Argencenter bezog Expert in der Lindauer Straße ein Objekt, suchte aber weiter nach einer anderen Möglichkeit. Diese ist nun durch die Rochade gefunden. „Der Stadt ist es wichtig, den Elektronikhandel stabil in Wangen zu halten“, sagte OB Michael Lang.
Ins zweite Gebäude zieht Keller Fahrräder auf den zwei geplanten Etagen ein. Die vorgesehene Verkaufs- und Ausstellungsfläche beträgt 1200 Quadratmeter. Das Unternehmen möchte sich ebenfalls für die Zukunft aufstellen. Dem derzeitigen Standort an der Ravensburger Straße ist es aus unterschiedlichen Gründen entwachsen.
Ausgeschlossen ist in beiden Bereichen so genannter zentrenrelevanter und nahversorgungsrelevanter Handel. Das bedeutet: kein Handel, der die Altstadt gefährden kann, und kein weiterer Lebensmittelhandel. Rund um die beiden Gebäude ist ein Parkplatz mit 160 Stellplätzen geplant. Um diese Rochade abzusichern, wird jetzt ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Bauherr ist die Firma Kutter, der auch das Gelände gehört.
Das Gelände wird umfahren von der neuen Praßbergstraße, die im Zuge des Neubaus der Bahnunterführung angelegt wird und während der Bauzeit auch provisorisch über die Bahngleise führt. Damit diese Verkehrsführung bei gleichzeitiger Entwicklung des Geländes möglich ist, muss die Straße für eine gewisse Zeit über einen Teil des Grundstücks geführt werden. Geplant ist die Fertigstellung, bevor die B32-Baustelle 2025 beginnt.
Das Gelände heißt ehemaliges WLZ-Gelände, weil dort bis in die 90er Jahre hinein ein WLZ-Markt betrieben wurde. Er sollte durch einen BayWa-Markt ersetzt werden. Zu diesem Zweck erwarb Kutter das Gelände. Doch BayWa zog zurück und Kutter präsentierte Kaufland als Interessenten. Dagegen formierte sich Widerstand. Die Frage, ob an dieser Stelle ein Kaufland-Markt einziehen könnte, ging bis vor den Verwaltungsgerichtshof in Mannheim und wurde dort höchstrichterlich verneint. Jahrelang blieb das Gelände dann leer.
„Wir freuen uns, wenn das so Realität wird“, sagte OB Michael Lang. Wohnungsbau ist an dieser Stelle nicht möglich, weil das Gelände von unterschiedlichen Lärmquellen durch verschiedene Verkehrsachsen tangiert ist.