Es klappert allerorten: Die Störche sind wieder da – und das nicht nur an den bekannten Standorten. Es sind auch einige neue dazugekommen, teilt Gerhard Lang vom NABU mit.
Die bekannten Weißstorchhorste auf dem Rathaus, dem Kornhaus, auf dem ERBA-Kamin sowie der Baumhorst beim Lindenhof und im Waldorfschulbereich sind nach seinen Worten mit jeweils zwei Störchen besiedelt. Daneben gibt es inzwischen auch weitere Nestfunde, wie er berichtet: In der Kernstadt wurde gerade von einem Paar eine Pappel in unmittelbarer Nachbarschaft zum Asia-Milchpilzes und inmitten von rund 70 Saatkrähenpaaren als Nistplatz auserkoren.
Doch auch aus der Region Obermooweiler gibt es neue Nachrichten. So ist dort ein zweites Nest entstanden. Der Storchenhorst in Neuravensburg ist ebenfalls besetzt.
ERBA-Storch überwintert auf einer spanischen Mülldeponie
Spannend ist die Geschichte des Jungstorchs, der 2024 auf dem ERBA-Schornstein geboren wurde und bei den ersten Flugversuchen verunglückte. Er durfte im Vogelschutzzentrum in Mössingen eine Reha mitmachen und gesundete. Ausgestattet mit einem Sender konnten im Herbst die Vogelkundler seine Flugroute in den Süden verfolgen werden. Nachdem er sich Ende September allein auf den Weg gemacht hatte, ließ er sich nach zehn Tagen auf einer Mülldeponie rund 120 Kilometer südlich von Madrid in Alcazar de San Juan nieder. Dort hielt er sich auch in den vergangenen 50 Tagen noch auf, wie die Vogelwarte Radolfzell mitteilte. Weiter hieß es von dort laut NABU: Die Mülldeponie nördlich der Stadt und das Feuchtgebiet westlich der Stadt seien bei Störchen sehr beliebt. Es sei gut möglich, dass der „ERBA-Storch“ dort oder in Katalonien diesen Sommer verbringen werde. Eine Rückkehr ins Geburtsgebiet ein Jahr nach dem Schlupf sei die ganz große Ausnahme. Der erste große Ausflug nach Norden sei erst im nächsten Jahr zu erwarten.