Originelle Ausstellung zu 100 Jahren Drogerie- und Markengeschichte beginnt

Das Bild zeigt ein nostalgisches Werbeplakat für Babynahrung mit dem großen Kopf eines Babys. Das Baby hat eine runde Gesichtsform, leuchtende Augen und einen lächelnden Ausdruck. Der Text „Kinderkost“ und „zuverlässig aus der Drogerie“ ist prominent platziert.

1960er Jahre: Werbeplakat für Kinderkost - zuverlässig aus der Drogerie.

Ein Arzt in einem weißen Kittel zeigt einer Frau in einem eleganten Mantel und einem Hut ein kleines medizinisches Behältnis. Die beiden stehen im Gespräch, während die Frau auf das Behältnis zeigt.

Beratung durch den "Drogenhändler", den Drogisten.

Zwei stilisierte Frauen lächeln, während sie Haushaltsarbeiten erledigen. Eine hält ein gemustertes Kleidungsstück, die andere ein Glas. Unter ihnen steht der Text "Fewo" und "Hausarbeit in halber Zeit" auf einem blauen Hintergrund.

Werbetafel der Firma Henckel für Fewa - Feinwaschmittel von 1952.

Eine Wand mit verschiedenen historischen Plakaten. Zu sehen sind Werbungen für Produkte wie Lebensmittel und Haushaltswaren, zusammen mit Bildern von Menschen, die die Produkte nutzen oder darstellen. Jedes Plakat hat eine kurze Beschreibung darunter.

Werbeplakate zeigen, was alles in Drogerien verkauft wurde.

Eine braune Flasche mit schwarzem Deckel, beschriftet mit "Schwarzkopf Seborin Haar-Tonic", steht neben einer weißen Verpackung mit dem Titel "Schwarzkopf Schampo mit Haarglanz". Auf der Verpackung ist ein Profil einer Frau mit welligen Haaren abgebildet.

Spannend zu sehen, wie sich Begriffe verändern: Heute Shampoo wie im Englischen, in den 1950er Jahren Schaumpon.

Eine stilisierte Figur mit langem Hut und grünem Haar, die zwei grüne Zweige hält. Der Hintergrund ist in hellen Farben gehalten, und die Figur steht über dem Text "Silvaprin Fichtennadel-Bad Schwarzwaldmarke".

Werbetafel aus den 1950er Jahren.

Die Galerie In der Badstube zeigt von Samstag, 7. November 2026, bis Sonntag, 14. Februar 2027, die ebenso interessante wie kurzweilige Ausstellung „Der Drogenhändler“.

Die Ausstellung „Der Drogenhändler" lädt zu einer besonderen Zeitreise voller Retro-Charme durch rund 100 Jahre Drogeriegeschichte ein. Im Mittelpunkt steht der Drogist. Er wurde früher „Drogenhändler" genannt, lange bevor der Begriff mit dem heutigen illegalen Rauschgifthandel verbunden wurde.

Zwischen Alltag, Gesundheit und Werbung

Viele Produkte des täglichen Lebens wurden einst von Apothekern und Chemikern entwickelt und als Marken etabliert, die teilweise bis heute weltweit bekannt sind. Andere hingegen sind längst vom Markt verschwunden und nur noch als Erinnerungen vergangener Zeiten erhalten. Anhand zahlreicher Exponate aus Drogerien der 1920er-Jahre bis heute – darunter rund 150 Plakate und Werbetafeln, Verpackungen und Dosen aus Ost- und Westdeutschland – vermittelt die Ausstellung in der Städtischen Galerie In der Badstube ein lebendiges Bild von Kultur, Alltag und Zeitgeist jener Jahrzehnte. Gezeigt werden Werbegrafiken der Vorkriegszeit, Dokumente der entbehrungsreichen Nachkriegsjahre sowie Zeugnisse des aufkommenden Wirtschaftswunders. Alte Markenartikel, Verpackungen und weitere Objekte rund um den historischen Drogenhandel lassen zahlreiche Erfolgsgeschichten wieder greifbar werden.

Bei der Vernissage erzählt Bernd Schönebaum über seine Sammlung

Eröffnet wird die Schau am Freitag, 6. November 2026, um 18 Uhr mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Michael Lang und einer Einführung des Sammlers Bernd Schönebaum. Ihm ist es zu verdanken, dass ihm vor vielen Jahren in seiner Heimatstadt Springe der Grundstock der Sammlung in die Hände fiel. Dabei handelt es sich um die Hinterlassenschaften aus mehreren Jahrzehnten einer dortigen Drogerie. 1984, rund zehn Jahr nach diesem Fund, kam es zur Initialzündung, sich mit der Geschichte der Drogerie-Werbung intensiv auseinanderzusetzen und infolgedessen 2004 zur ersten Ausstellung. Seitdem sind seine Recherchen ungebrochen weitergegangen und damit auch das Auffinden zahlloser Geschichten rund um Produkte, Hersteller und Drogerien. Dazu gehören Kuriositäten wie etwa Produkte, die gegen Kartoffelkäfer helfen oder eine „radioaktive“ Wunder-Zahnpasta.

Auch in Wangen in der Altstadt hat es einst Drogerien gegeben – beispielsweise diejenige von Carl Theodor Schliz in der Paradiesstraße und diejenige der Familie Altenöder in der Bindstraße. Stadtarchivarin Birgit Kata hat sich diesem lokalen Bezug angenommen, der in engem Kontext mit der frühen Bade-, Körper- und Gesundheitskultur in Wangen steht. Hierzu hält die Ausstellung einen gesonderten Ausstellungspart bereit, in dem entsprechende Dokumente und Exponate aufbereitet sind.    

Info: 
Die Ausstellung „Der Drogenhändler. 100 Jahre Drogeriegeschichte(n). Eine Zeitreise“ in der Städtischen Galerie In der Badstube, Lange Gasse 9, in Wangen wird am Freitag, 6. November 2026, um 18 Uhr eröffnet. Sie dauert bis 14. Februar 2027. Sie ist dienstags bis freitags, sonntags und feiertags von 14 bis 17 Uhr, samstags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, Heiligabend und Silvester geschlossen. Alle weiteren Infos zum Begleitprogramm sind im Internet unter www.wangen.de erhältlich.  

Führungen:
Sonntag, 22. November 2026, 15 Uhr; Sonntag, 13. Dezember 2026, 15 Uhr, Sonntag, 3. Januar 2027, 15 Uhr; Sonntag, 17. Januar 2027, 15 Uhr; Sonntag, 31. Januar 2027, 15 Uhr; Kosten: 2 Euro pro Person zuzuglich Eintritt .Termine für Führungen von Gruppen, Schulen und Kindergärten können bei der Geschäftsstelle angefragt werden und sind auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. 

Mitmachaktionen:
Rallye durch 100 Jahre Drogeriegeschichte(n): Für alle, die mitmachen wollen, liegt an der Kasse der Galerie In der Badstube ein Fragebogen bereit. Auf dem Rundgang durch die Ausstellung gilt es, passende Antworten auf die Fragen zu finden. Anschließend bitte den ausgefüllten Bogen an der Kasse abgeben. Wer mitmacht, darf sich auf die Finissage am Sonntag, 14. Februar 2027, 14 bis 17 Uhr freuen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind herzlich eingeladen – eine kleine Überraschung inklusive! Also: Augen auf und viel Spaß beim Rätseln!

Gestaltung eines Werbeplakates:
Angesprochen sind Schülerinnen und Schüler der Wangener Schulen. Die Aktion kann als Projekt klassenweise genutzt werden oder sie könnt selbstständig Entwürfe einreichen. Alle Infos unter: www.wangen.de/galerie-mitmachaktion 

Finissage:
 Sonntag: 14. Februar 2026, 14 bis 17 Uhr; 15 Uhr: Führung mit Sammler Bernd Schönebaum.