PULS! geht den Folgen von Krisen für die Gesundheit nach

Ein Stethoskop liegt auf einem Arztformular. Daneben befindet sich ein blauer Stift. Das Dokument enthält mehrere Zeilen mit Text.

Wie sich Krisen auf den Menschen auswirken will die Studie PULS erforschen.

Die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg will der Wirkung von Krisen auf Menschen auf die Spur kommen. Temperaturen von über 35 Grad, tropische Nächte und Warnungen vor gesundheitlichen Belastungen – all das wirkt sich auf die körperliche, mentale und soziale Gesundheit aus, so die Annahme der Forscher.

Um die Wirkung zu erfassen haben die Mediziner 50 Städte in Baden-Württemberg ausgewählt, eine davon ist Wangen im Allgäu. PULS! ist eine Pilotstudie in Baden-Württemberg, die erstmals in Echtzeit untersucht, wie es Menschen in Krisensituationen wie Hitzewellen, Naturkatastrophen oder Pandemien geht, was die Krise für Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen bedeutet und was sie benötigen, um diese gut zu bewältigen. 
“Angesichts der Vielzahl potenzieller Krisenereignisse, die die Gesundheit und das Wohlergehen der Bevölkerung beeinflussen können, besteht ein wichtiger Bedarf, die gesundheitlichen Auswirkungen und die Erfahrungen der Bevölkerung zeitnah zu erfassen”, sagt Professor Dr. Falko Sniehotta, Leiter der Abteilung Public Health, Sozial- und Präventivmedizin an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. 
Der Kooperationspartner bei dieser Studie, Data4Life, entwickelt diogitale Lösungen für Gesundheitsdaten und unterstützt damit die Wissenschaft, die pharmazeutische Forschung sowie globale Gesundheitsbehörden bei Forschungsprojekten. Die Befragung der Studienteilnehmenden erfolgt ausschließlich über die von Data4Life entwickelte D4L Collect App. 
Über das Smartphone werden bei Krisenereignissen kurzfristig Fragebögen an die Teilnehmenden versendet und erstmals Daten zu gesundheitlichen Auswirkungen und zum Wohlergehen der Bevölkerung in Echtzeit erhoben. Ergänzend erfassen vierteljährliche Befragungen über zwei Jahre auch längerfristige Entwicklungen. 
Mit diesem Design nimmt die PULS! Studie eine Vorreiterrolle ein. Sie trägt damit zur Verbesserung der Datengrundlage für gezielte Interventionsmöglichkeiten im Krisenfall und die Planung frühzeitiger Präventionsmaßnahmen bei, wie es in der Einladung zu Teilnahme heißt. 
“Mit PULS! schaffen wir eine Plattform, die es uns ermöglicht, mit den Menschen im Land im Austausch zu bleiben. Wenn wir die gesundheitlichen Auswirkungen von Krisen und die Bedarfe in der Bevölkerung besser verstehen, können wir Wege finden, um zukünftig besser durch Krisen zu kommen“, so Prof. Sniehotta.
Bürgerinnen und Bürger, die Interesse an einer Teilnahme haben, sind eingeladen, sich per E-Mail an das Studienteam zu wenden. Jede Teilnahme trage dazu bei, die Bedürfnisse, Sorgen und Herausforderungen der Bevölkerung frühzeitig sichtbar zu machen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, Krisen und gesellschaftliche Herausforderungen in Baden-Württemberg besser zu verstehen und wirksamer zu bewältigen.
Kontakt: 
Dr. Anna Kaiser Public Health, Sozial- und Präventivmedizin Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Email: puls@medma.uni-heidelberg.de