Rückblick und Ausblick: Parken, Punkte und Events

Flohmarktszene

Interessante Entdeckungen und lustige Erlebnisse kann der Händlerflohmarkt bieten.

Trotz Pandemie und zuletzt der Folgen des Ukrainekriegs war die Leistungsgemeinschaft im vergangenen Jahr aktiv und hat jede Menge auf die Beine gestellt. Die Menschen kamen – wie beispielsweise bei der Salsanacht – in Scharen in die Stadt, wie Christoph Morlok als Geschäftsführer der LGs bei der Mitgliederversammlung berichtete.

Rückblick 
Zwar mussten die Weihnachtsmärkte 2021 kurz vor der Eröffnung abgesagt werden, doch Musik in den Straßen und auf den Plätzen durch verschiedene Blasmusik-Ensembles zauberte dann doch Adventsstimmung in die Stadt. 
Zum ersten Mal organisierte die LG 2022 ein Ostergewinnspiel und verloste Einkaufsgutscheine. Gleichzeitig rührte sie mit Großplakaten und Werbung in unterschiedlichen Medien die Werbetrommel für den Einkauf in Wangen. Der Rücklauf sei riesig gewesen, berichtete Morlok. Die Werbeaktion diente auch dazu, trotz der Bautätigkeit am Martinstor und auf der Gallusbrücke Menschen in die Stadt zu locken. „Die Stadt ist uns in dieser Zeit entgegengekommen, indem sie samstags keine Parkgebühren mehr verlangt hat“, sagte Morlok. Glück mit dem Wetter ist immer auch eine Voraussetzung für geglückte Marketingereignisse in der Altstadt. Bis auf einmal – beim neuen „Aperitivo“ im August, wo es in Strömen regnete - waren die äußeren Bedingungen sehr gut. So war die Stadt voller Menschen beim ebenfalls neuen „Pflasterspektakel“, das im kommenden Jahr in etwas kleinerer Form, dann aber am Freitag und Samstag wiederholt werden soll. 2024 wäre dann wieder ein größeres Ereignis dieser Art denkbar, sagt Morlok. Der Händlerflohmarkt war gut besucht, der Marktplatz bei der Salsanacht voller Menschen. Auch der verkaufsoffenen Sonntag sei nach etwas langsamem Beginn erfolgreich gewesen. Insbesondere Familien mit Kindern fanden reichlich Unterhaltung auf Hüpfburg, Kinderkarussel und beim beliebten Ponyreiten. Die Mitglieder LG hatten früh im Jahr OB Michael Lang bei einer Führung über die Pläne für die Landesgartenschau 2024 informiert. Die Veranstaltung fand großen Beifall. 

OB Lang berichtet über neue Entwicklungen
OB Lang nahm den Ball auf, und bot an, gerne einmal wieder so eine Führung zu machen. Er bedankte sich bei der Leistungsgemeinschaft „für alle Bemühungen für eine lebendige Stadt“. Die Gemeinschaft der Händler und Gastronomen in der Stadt gehe durch schwierige Zeiten – zuerst durch die Pandemie und dann durch die Energiethemen. Das Pflasterspektakel sei eine schöne Veranstaltung, die gut zu Wangen passe, lobte OB Lang. Er ermunterte die Händler auch den „Aperitivo“ noch einmal zu versuchen, dann vielleicht an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. „Aus leidvoller Erfahrung“ könne er dies nur empfehlen, denn wie man am Kinderfest sehen könne, seien Ereignisse, die auf einen Tag festgelegt sind, besonders anfällig für Schlechtwetter-Ereignisse.

Geflüchtete
Im Anschluss führte er die anwesenden Mitglieder LG durch die aktuellen Entwicklungen in der Stadt. In Bezug auf die Unterbringung von Geflüchteten sei der Druck besonders groß, „weil uns die Gebäude fehlen“. Die kommunalen Liegenschaften seien alle belegt. Deshalb werde nun ab dem 1. November die Stadthalle bezogen. Man habe sich für diese Halle entschieden, weil durch den Wegfall der Alten Sporthalle und die noch im Bau befindliche neue Kreissporthalle sonst der Schulsport gefährdet gewesen wäre. Für Kulturveranstaltungen hingegen gebe es mit Waldorfsaal und anderen Räumen Ausweichmöglichkeiten.
 

Energiekosten
Das Energiethema mache auch der Stadt sehr zu schaffen. Die Energiekosten für eine Kommune mit 200 Gebäuden liegen dreieinhalb Mal höher als bisher. Deshalb seien die Haushaltsplanungen jetzt äußerst schwierig. „Wir sind froh, dass wir schon viele Gebäude an der Nahwärme haben und würden gerne noch mehr anbinden“, sagte OB Lang. Doch dies sei aus verschiedenen Gründen schwierig umzusetzen. 

Wirtschaftsentwicklung
Mit Blick auf die Wirtschaft konnte er weiter von Vollbeschäftigung sprechen. Die 40 größten Unternehmen der Stadt verzeichneten einen Umsatz von 1.256.721.000 Euro. Im Jahr 2021 sei ein Rekord bei den gewerbesteuereinnahmen verzeichnet worden. Dieses Jahr werde voraussichtlich nicht daran anknüpfen können. Es werde einen Schnitt geben, sagte OB Lang. 
Wangen bleibe Zuzugsgebiet. Bereits jetzt wohnten 200 Menschen im Gebiet der ERBA. Weitere rund 1000 würden noch hinzukommen, wenn 2023 auch die weiteren Gebäude im neuen Stadtteil ERBA / Auwiesen bezogen würden. Eine große Herausforderung für die Wirtschaft ergebe sich aber, wenn in den kommenden 10 Jahren rund 2500 Menschen aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Es deshalb besonders wichtig, Menschen, die zuwandern, gut zu integrieren. Er warb in diesem Zusammenhang auch für die Kurse der VHS, die auch passgenaue Angebote für Unternehmen machen könne. 

Rochaden
Durch Verdichtung in der Stadt und in Baulücken konnten sich eine Reihe von Firmen entwickeln. Neu in der Stadt ist das Hotel 4K, wo früher der Baumgarten stand. Im NTW-Gelände laufen die Planungen weiter, ebenso auf dem Kutterareal, wo Rewe und die Fahrradprofis einziehen wollen, und in der ERBA ist die Reaktivierung von ehemaligen Gewerbeflächen in vollem Gange. Bis dato gebe es dort 19 Gewerbeeinheiten. In der Carderie seien Räume von 5 Unternehmen fix gebucht. Eine größere Fläche von 600 Quadratmetern sei noch frei, sagte OB Lang.
In die Alte Spinnerei ziehe die Firma SET aus dem Waltersbühl ein, in deren Räume wiederum wird SEW aus der Pfannerstraße einziehen. Gegenüber dem Kutterareal, wo Rewe und Die Fahrradprofis bauen wollen, zieht expert in das Gebäude, das Rewe räumt. „Die Rochade tut allen gut“, sagte OB Lang. 

Altstadt
In der Innenstadt gebe es neue Konzepte durch Elementar und PopUp, aber auch durch Sarah Fashion, BAXX’S, SönMez Altbewährtes in der Spitalstraße sowie Hanfhut und den beiden Kleiderläden „Zweite Chance“ und Kleiderkarussel. Veränderungen seien auch durch Fellini Vinoteca und Von Poll zu verzeichnen.  

Landesgartenschau
Breiten Raum nahm auch die Landesgartenschau 2024 ein. Ein Teil davon soll der Aussichtsturm sein. „Ich achte alle Gegenargumente“, sagte OB Lang, „aber ich werbe für den Turm“. Er sei überzeugt, dass er den Tourismus stärke und zur emotionalen Bindung der Menschen in der Region beitragen werde. 

Verkehr
Mit Verkehrsthemen schloss OB Lang. Die Brücke in Herfatz drücke sehr. Man versuche alles, doch noch eine Behelfsbrücke hinzubekommen. „Wir kämpfen bis zum letzten Tag“, sagte er. Gleichzeitig soll der Kreisverkehr am Waltersbühl gebaut werden. Der große Parkplatz im Süden des Gartenschaugeländes möchte die Stadt als Puffer für große Veranstaltungen erhalten. Auch die Fläche, die für die Baustelleneinrichtung im Hinteren Ebnet angelegt wurde, möchte er für die Zeit der LGS 2024 erhalten. Ob das freie Parken am Samstag bleibe, wollte jemand wissen. Das sei noch nicht besprochen, sagte OB Lang.
Die Innenstadt werde während der LGS 2024 möbliert mit Bäumen, Blumen und anderem. „Es wäre schön, wenn wir viel Blumenschmuck an den Häusern in den Blumenkästen hätten“, sagte er. Für das kommende Jahr kündigte er vom 14. bis 16. April den Deutschen Klöppelspitzenkongress in Wangen an. 

Kassenbericht
Den Kassenbericht legt wie immer Dietmar Schiele vor: 2021 schloss mit einem leichten Verlust von 2310 Euro. Der laufende Geschäftsbetrieb schloss jedoch mit einem Plus von 3170 Euro. 

Punkte
Im vergangenen Jahr hätten die Händler Punkte im Wert von 103.521 Euro eingewechselt. Seit Beginn der Punkte im Jahr 2004 wurden insgesamt 1,832 Mio rückvergütet. In Sachen Punkte wurde neu diskutiert. Von der Geschäftsführung des Fidelisbäck kam die dringende Bitte, das Punktesystem doch zu digitalisieren. Man sähe sich sonst gezwungen, etwas Eigenes zu machen. Die Zettelwirtschaft könne nicht bleiben.  Christoph Morlok und Dietmar Schiele nahmen die sich daran hängende Diskussion mit, um ein neues Konzept zu erarbeiten. 

Weihnachtsmarkt 2022
Die Weihnachtsmärkte 2022 finden vom 26. bis zum 17. Dezember mit einem Langen Freitag am 16. Dezember statt. Eine Neuerung ist die vom Lionsclub erworbene Weihnachtspyramide, die von Stoffels an der Eselmühle betrieben und sich mit einigen Ständen von Donnerstag bis Sonntag als Weihnachtsdorf präsentieren wird. Dort wird es auch eine Leinwand für die Übertragung der Fußball-WM geben. Die Leistungsgemeinschaft will den Lückenschluss vom Postplatz zur Eselmühle schaffen. In den bekannten Straßen und am Postplatz wird es deshalb etwas weniger Stände geben. Die so „gewonnenen“ Stände werden dann in der Spitalstraße stehen. Ein Vorschlag war, die Verbindung über die Schmiedstraße zu schaffen. Und die Warnung gab es auch, Wangen nicht zu einem Glühwein-Weihnachtsmarkt zu machen. „Wir können keinem Wirt, der eine Konzession hat, verbieten Glühwein auszuschenken“, sagte Morlok. Zur Weihnachtsbeleuchtung sagte OB Lang, er werbe dafür, sie zu erhalten. Man müsse alles tun, um die Innenstadt nicht weiter zu schwächen. Es gebe viele LED-Lichter. Vielleicht könne man sie weniger lang leuchten lassen.

Ausblick
Der Händlerflohmarkt ist 14. Juli 2023 terminiert und der verkaufsoffene Sonntag am 17. September. Die Sommerfreuden mit dem „Aperitivo“ sollen noch einmal geplant werden.

Schließzeiten
Diskutierte man früher bei der LG über gemeinsame Öffnungszeiten, so warf Ursi Scheidler vom Vorstand die Frage auf, wie es um gemeinsame Schließungszeiten stehe. Inzwischen mehrten sich die Stimmen unter den Kunden, dass das Einkaufen kompliziert geworden sei. Christoph Morlok versprach, eine Umfrage zu machen.