Sattelkapelle ist nach Erhaltungsarbeiten wieder geöffnet

Gruppenfoto von 15 Personen in einer Kirche. Sie stehen vor einem Altar mit religiösen Figuren und Gemälden. Die Anwesenden tragen verschiedene, ggf. sommerliche Kleidung und lächeln in die Kamera. Die Kirche hat eine helle, einladende Atmosphäre.

Unser Bild zeigt neben OB Michael Lang, Pfarrer Dr. Claus Blessing, und den Staatssekretärem Petra Krebs und Raimund Haser, den AMV-Vorständen Theo Keller und Marion Einhauser einen großen Teil derer, die zum Erhalt der Sattelkapelle beigetragen haben.

Die Sattelkapelle in Wangen ist jetzt gesichert und wieder eröffnet worden. Das Projekt wurde vom Altstadt- und Museumsverein vorangetrieben. Die Kapelle gehört der Hospitalstiftung zum Heiligen Geist, die in Wangen das städtische Pflegeheim unterhält.

Daran knüpfte auch Oberbürgermeister Michael Lang in seiner Doppelfunktion als Stadtoberhaupt und Vorsitzender des Stiftungsrats an. Weil Pflegeheime wie auch Krankenhäuser heute finanziell schwer zu betreiben seien, brauche es die Gemeinschaft, um das historische Erbe zu erhalten. Er dankte dem AMV und dort besonders dem Vorsitzenden Theo Keller und Marion Einhauser, die über die Finanzen des Vereins wacht. Von den 280.000 Euro, die bisher für die Erhaltungsmaßnahmen ausgegeben wurden, kamen 80 Prozent aus privaten Mitteln, der Denkmalstiftung Baden-Württemberg und der Denkmalpflege. Aber auch die regionalen Banken und die Kirche unterstützten das Projekt.

Zuvor hatte Pfarrer Dr. Claus Blessing die Kapelle wieder geweiht. Er erinnerte an die Geschichte der seit dem 16. Jahrhundert nach dem Heiligen Nikolaus benannt ist. Sie diente als Leprosenhaus, wo meist dem Tod geweihte Menschen lebten und arbeiteten. In dieser Kapelle hätten sie etwas für ihr Seelenheil tun können. Er stellte in Aussicht, dort auch wieder Festtage wie früher am 1. Mai und am 6. Dezember zu feiern.

Die beiden Staatssekretäre, die aus Wangen und Immenried kommen, Petra Krebs und Raimund Haser, dankten ebenfalls allen, die den Erhalt möglich gemacht hatten. Haser erinnerte daran, dass es im Landkreis Ravensburg 392 Kapellen mit einer jeweils eigenen Geschichte gebe. Er plädierte dafür, dieses kulturelle und geistliche Erbe nach außen zu tragen.

Petra Krebs knüpfte an das Thema des Siechenhauses an. Hier hätten die Menschen Fürsorge erlebt. Die Pflege der Denkmale und ihr Erhalt für die Zukunft trage auch dazu bei, dass die Jugend eine Heimat haben könne.

Für die vielen finanziellen Beiträge dankte Marion Einhauser und bezog auch die Ehrenamtlichen sowie die Handwerker mit ein. Theo Keller schließlich blickte als Architekt auf das Gebäude und stellte fest, dass die Stadt mit dem Bau des gesamten Anwesens und der späteren Barockisierung viel Geld in die Hand genommen habe, um den Kranken ein würdiges Leben zu ermöglichen. Dass so ein Gebäude voller Überraschungen steckt, erzählte er auch. Denn beim Putzen, eine Woche vor der Eröffnung, wurden drei Gemälde von Heiligen gefunden.

Ist damit alles geschafft? Der AMV hofft auf weitere Spenden, um mittels einer Drainage außen die Feuchtigkeit aus der westlichen Wand einzudämmen. Das Türmle fertigstellen, die Bänke von der Wand abrücken, damit sie keine Feuchtigkeit ziehen – das wären ebenfalls noch zwei der verbliebenen Aufgaben.