Schafe weiden im Landesgartenschaugelände

Der Schäfer schaut seinen Tieren zu. Er steht auf dem Hügel mit drei geschnitzten Köpfen.
Kleine Schafherde auf einem Hügel im LGS-Park.

Einen vierbeinigen Mäher – das hätte so mancher Gartenbesitzer gern. Auf dem Landesgartenschaugelände im Auwiesengarten sind derzeit 20 Schafe im Einsatz, um die Hügel zu beweiden. Ziel ist es, den Park in diessem Bereich extensiv zu bewirtschaften. Eigentümer der Tiere ist Hirte Matthias Jakob aus Kißlegg.

Es ist ein Bild wie gemalt. An diesem Morgen steht der Schäfer mit seinen Schafen und seinem Hütehund, einem Border Collie, auf dem Hügel zwischen den drei Köpfen von Klaus Prior. Meist dienstags in der Frühe kommt er und schaut, wie es den Tieren geht. Bisher gibt es keine Klagen. 

Matthias Jakob stammt aus der Schweiz. Dort lernte er die Alpwirtschaft kennen. Dann zog es ihn für viele Jahre nach Brasilien, wo er vor allem von Zebus und Wasserbüffeln umgeben war. Seit seiner Rückkehr vor rund zehn Jahren ins Allgäu arbeitet er zunehmend mit Schafen, Rindern und Wasserbüffeln in der Bewirtschaftung von Naturschutz-, Landschafts- und Moorschutzflächen. 100 Rinder und ebenso viele Schafe setzt er dabei ein. Wobei nicht alle Tiere ihm allein, sondern dem Verein für Naturschutz und Landschaftspflege gehören. Fast 100 Hektar beweidet er mit den Tieren bis zu den Ausläufern des Wurzacher Rieds. 

Naturnahe Bewirtschaftung

Als die Landesgartenschau GmbH nach einer Möglichkeit suchte, wie die Wiesenflächen und Hügel des Areals am südlichen Ende – auch auf der Ostseite der Argen Richtung Prallhang – naturnah bewirtschaftet werden könnten, ergab sich über einen Bewohner der Genossenschaftsgebäude von Wohnen plus der Kontakt. Das Veterinäramt wurde einbezogen und dann nahm Matthias Jakob das Angebot gerne an. „Ich bin gern mit den Tieren allein. Aber es ist auch schön, im städtischen Umfeld zu sein, weil hier auch viele Menschen vorbeikommen, mit denen sich oft ein Gespräch ergibt.“ Es sei eine Chance zu zeigen, was man macht, aber auch um Stadt und Land zu vernetzen. 

Die 20 Schafe auf dem Hügel neben dem letztjährigen Platz der Kirchen sind Greiner Steinschafe und Scottish Blackface. Diese sind einfach an den Hörnern zu erkennen, wie Matthias Jakob erläutert. Die Greiner Steinschafe gebe es schon rund 5000 Jahre, weiß er zu berichten. Die Tiere leisten nicht nur ganz profan als „Rasenmäher“ einen Betrag. Durch die intensive Bewirtschaftung wird die Artenvielfalt gesteigert und die Biodiversität gefördert. Ein Beispiel: Die Schafe verbreiten über ihre Ausscheidungen auch Samen und sorgen damit für den Erhalt der Pflanzenvielfalt auf den Weideflächen. 

Wenn alles läuft wie geplant, bleibt die kleine Schafherde bis in den Herbst hinein im Gelände und kommt im nächsten Frühjahr wieder.