Schokolade ohne Zucker „Made in Wangen“: Zwei Brüder sind mit ihrer Makri-Schokolade erfolgreich

Vier Männer stehen nebeneinander mit Schokoladenformen in der Hand.

Was passiert, wenn zwei gestandene Allgäuer eine anfangs vielleicht spinnerte Idee haben und sie dann zielgerichtet verfolgen? Es ist zumindest nicht unwahrscheinlich, dass am Ende ein erfolgreiches Produkt steht. So jedenfalls sieht es im Fall von Makri aus. Die beiden Brüder Manuel und Christian Enderle, Profis als Steuerberater und IT-Spezialist, machten sich auf den Weg, Schokolade ohne Zucker herstellen.

Die ersten Schritte gingen sie zunächst in der elterlichen Küche, dann im Keller des Elternhauses in Argenbühl, wie sie beim Besuch von Oberbürgermeister Michael Lang und Wirtschaftsförderer Holger Sonntag in ihrem heutigen Domizil in Ahegg erzählten. Verschiedenes probierten sie aus, doch relativ schnell sei klar gewesen, dass die Schokolade mit Datteln gesüßt werden soll. Als die ersten Produkte im Freundes- und Bekanntenkreis auf großen Beifall stießen, legten sie mit ihrer Firma los. „Das erste Produkt hatten wir am 28. Mai 2018 und die Firma wurde im November 2017 gegründet“, sagt Manuel Enderle. 

Gesucht wurde ein Firmenname, den es noch nicht gab und der auch in anderen Sprachen gut akzeptiert werden kann. „So sind wir auf Makri gekommen für Ma in Manuel und Kri wie es in Christian klingt. Dafür gibt es nur im Griechischen eine Entsprechung, nämlich ‚lang‘“, wie die beiden Gründer schmunzelnd erzählen. 

Inzwischen produzieren und vertreiben Christian und Manuel Enderle mit ihrem Team zu zehnt die Makri-Schokolade. Acht verschiedene Tafeln, ein Brotaufstrich, eine Riegelsorte und Schokodrops sind im Portfolio enthalten. Aktuell ist die Produktion von 30.000 Weihnachtsmännern aus Dattelschokolade angelaufen. Im neuen Jahr wird es dann auch die Osterhasen ohne Zucker geben. Seit 2022 arbeitet das Unternehmen in Ahegg im Keller und zweiten Stock der ehemaligen Käserei, stellt also zuckerfreie Schokolade „Made in Wangen“ her. Mehr Sorten sollen es zunächst auch nicht sein, um das Ganze handhabbar zu halten. „Es ist wie bei der IT: Man muss alles weglassen, was man weglassen kann“, sagt Christian Enderle.

Täglich verlässt ein Lkw von DHL mit Ware das Werk. Große Kunden werden über eine Spedition bedient. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen 120 Tonnen Schokolade verschickt. Deshalb sehen Christian und Manuel Enderle die Anbindung an die Autobahn als echten Vorteil. Überhaupt: „Das Allgäu ist ein super Standort“, finden die Brüder.

Gern wird bei Schokolade die Frage nach fairen Zutaten gestellt. Auch da kann das Unternehmen punkten. Den Kakao bezieht es aus der seit vielen Jahren als Fairtrade zertifizierten Genossenschaft Conacado in der Dominikanischen Republik und inzwischen auch von PERU PURO in Peru. Die weiteren Zutaten sind allesamt aus ökologischem Anbau. So erklärt sich auch, dass Biomärkte und Reformhäuser im stationären Handel die Hauptabnehmer der Makri-Schokolade sind. 50 Prozent des Erfolgs erzielt das Unternehmen allerdings im Online-Handel.