Viele Menschen in der Stadt wegen des 39. Deutschen Klöppelkongresses

3 Frauen und ein Kunstwerk aus Spitze, das die Alpen darstellt.

Für Wangen geklöppelt wurde in einer Mitmachaktion das Alpenpanorama. Im Vordergrund die Vorsitzende des Deutschen Klöppelverbands, Sabine Pichl, daneben die Macherinnen der Hauptausstellung Barbara Luderich und Maria Steuer (von links)

Viele Menschen an vielen Ständen mit Klöppelutensilien

Die Argenhalle ist Händlerhalle. Dort decken sich die Klöpplerinnen und Klöppler mit Materialien für ihr Hobby ein.

Ausstellung Schwarz und weiß

Vier Frauen freuen sich auf den Klöppelkongress

Der Kongress ist eröffnet: Unser Bild zeigt Ursula Loss, in Vertretung von OB Michael Lang, Dorothee Schmitt, stellvertretende Vorsitzende des DKV, Gerlinde Ostertag, Klöpplerin aus Wangen, die die Artboxen in den Schaufenstern gestaltet hat, und DKV-Vorsitzende Sabine Pichl.

Ein Junge klöppelt einen Traktor.

Justus, einer der Otzberger Klöppelzauberer, bei der Arbeit an einem Traktor.

Viele Zacken aus Goldfaden, die wie ein Collier um eine Puppe hängen.

Aparter Schmuck aus Klöppelspitze.

Ohrschmuck schön präsentiert

Schmuck präsentiert an Titelblättern der Vogue au den 1920er Jahren.

Ausstellungen mit außergewöhnlichen, alten Spitzen – auch neu interpretiert nach alten Mustern – zeigt der Deutsche Klöppelverband bei seinem 39. Deutschen Klöppelkongress in Wangen im Allgäu. Der Kongress wurde am Freitag, 14. April 2023, um 12 Uhr offiziell eröffnet.

Die Vositzende des Deustchen Klöppelverbands, Sabine Pichl, dankte der Stadt Wangen, dass nun schon zum zweiten Mal nach 2017 wieder ein Kongress hier im Allgäu ausgerichtet werden kann. "Ich habe den Kongress von damals als einen der schönsten in Erinnerung, die es gab - und das wird sicher auch dieses Mal so sein", sagte sie. Ursula Loss, Fraktionssprecherein der Freien Wähler, begrüßte die Gäste im Namen des verhinderten Oberbürgermeisters Michael Lang. Sie zeigte sich tief beeindruckt, von dem was sie am Vorabend bei einem Rundgang durch die Kurse geseeen hatte. Die Werke, die der Stadt Wangen mit Blick auf die Landesgartenschau geschenkt werden, sollen dort auch in einem besonderen Rahmen gezeigt werden. Sie übergab anschließend die Schauklöppel an den Oberbürgermeister der sächsischen Stadt Schwarzenberg im Erzgebirge, Ruben Gehart. Er stellte seine Stadt, die "Perle des Erzgebirges" vor. Die Stadt erlebte in den vergangenen Jahrzehnten seit dem Zweiten Weltkrieg viele interessante Zeiten: Nach dem Krieg wurde sie zunächst nicht besetzt, was der Autor Stefan Heym in seinem Roman "Schwarzenberg" behandelt hat. Zu DDR-Zeiten war der Ort die Waschmaschienenstadt. Nach der Wende ma jedoch deren Ende. Schwarzenberg ist Weltkulturerbe und hütet Traditionen wie das Schnitzen, das Musizieren, den Bergbau und das Klöppeln. In Hochzeiten gab es dort 1200 Heimarbeiterinnen, wie Gehart sagte. Noch heute gibt es dort die größte spitzensammlung Sachsens.

Ausstellungen in Wangen

„Spitzen im Bauhausstil“ heißt das Thema der Hauptausstellung. Und was es da zu sehen gibt ist so interessant wie spitze.
Interessant, weil sich die Entwürfe der beiden Protagonistinnen Margret Gminder, verheiratete Klaiber, und Elfriede Freiin von Hügel, an der Formensprache der Bauhausarchitektur orientieren. Spannend ist das Nebeneinander eines Klöppelbriefes samt fertiger Spitze, die das Gmindersdorf, eine ehemalige Arbeiterwohnsiedlung in Reutlingen, abbildet. Ebenso spannend sind die alten Spitzen anzusehen, die von den beiden Kreativen entworfen, anschließend von Frauen im so genannten Verlagswesen – also im Homeoffice – gefertigt wurden. So entstanden Spitzen als Meterware.

Daneben sind auch höchst moderne Bilder aus Spitze ausgestellt, die sich an Mondrian und Kandinsky orientieren. Im selben Raum zeigt der Klöppelverband einen Blumenteppich, der ebenso mit Blick auf die Landesgartenschau 2024 in einer Mitmachaktion entstanden ist, wie das 6 Meter breite Alpenpanorama – zusammengesetzt aus lauter Dreiecken – im Raum nebenan.


Doch nicht nur im Rupert-Neß-Gymnasium gibt es Interessantes und Ungewöhnliches zu bestaunen. Der Weg lohnt sich auf jeden Fall auch in die Lothar Weiß Halle. Dort gibt es geklöppelte Kunstwerke, die sich mit dem Thema Krieg – in schwarz und weiß - auseinandersetzen zu sehen, aber auch bunte und fröhliche Werke mit unterschiedlichen Themen. 


Wer einen Abstecher in die Jugendmusikschule macht, findet unter dem Titel „Mögest du in interessanten Zeiten leben“ jede Menge Bilder aus Spitzen. Junge Leute haben sich dort unter anderem mit den Themen Umwelt und Klimawandel auseinandergesetzt. Diese Bilder zeigen: Spitze ist nicht langweilig und kann höchst modern eingesetzt werden.

Und schließlich sind in der Häge-Schmiede außergewöhnliche Blumenarrangements aus Spitze zu sehen, die Marianne Höfer-Krey mit Kursteilnehmerinnen erarbeitet hat. Auch im Weberzunfthaus werden Spitzen gezeigt. Dort geht es um Klöppeln mit Fremdmaterialien. Und wer sehen will, wie geklöppelt wird, kann entweder im Weberzunfthaus beim Schauklöppeln der regionalen Gruppe zuschauen oder in der Lothar-Weiß-Halle, wo die Otzberger Klöppelhexen und Klöppelzauberer zeigen, wie man kunstvolle Bänder oder Traktoren samt Heuwagen klöppelt. Nebenan klöppeln Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule in Kißlegg und zeigen gern, wie die Klöppel fliegen.

Für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher im Kongresszentrum sorgen die Narrenzünfte Wangen und Karsee sowie die MTG Wangen. Sie meldeten starke Frequenz und viele glückliche Gäste. Ähnliches ist in der Altstadt zu hören, wo das Kongresspublikum gerne einkehrt und die Angebote der Geschäfte nutzt.