Viele Teilnehmer an der Demonstration für Solidarität mit der Ukraine

Viele Menschen mit Flaggen und Plakaten

Kundgebung für die Ukraine: Menschen demonstrieren ihre Solidarität mit Flaggen und Plakaten.

Grablichter auf dem Marktplatz

Kerzen erinnern an die zivilen Opfer und die Gefallenen des Krieges.

Viele Menschen auf dem Marktplatz

Kundgebung nach einem Jahr Krieg in der Ukraine am 24. Februar 2023

Zu einer Solidaritätskundgebung mit der Ukraine und den Geflüchteten aus diesem Land sind am Freitag viele Menschen auf den Wangener Marktplatz gekommen. Nach vorsichtigen Schätzungen waren es mehr als 200 Personen, die dem Aufruf des internationalen Frauenbündnisses gefolgt sind.

Vor dem Rathaus war schon den ganzen Tag über die Ukrainische Flagge aufgezogen. Der Ukrainische Chor sang herzergreifend, Gedichte wurden vorgetragen. Die Ansprache von Natalia und Olena führte den Bruch vor Augen, der sich im Leben der Ukrainerinnen und Ukrainer mit dem 24. Februar 2022 vollzogen hatte. Eben lebten sie noch ein normales Leben, doch von einer Minute auf die nächste waren sie dem Angriffskrieg ausgeliefert. Die beiden Frauen dankten der Stadt Wangen und ihren Bürgerinnen und Bürgern für die freundliche Aufnahme. „Danke, liebe Wangener, für jedes freundliche Wort und jedes Lächeln. Ihr wärmt unsere Herzen und gebt uns Kraft“, sagten sie und verbeugten sich um ihren Worten Nachdruck zu verleihen. „Unsere Werte sind gemeinsame Werte und unser Schicksal ist ein gemeinsames Schicksal. Der Sieg der Ukraine ist nahe – wie sind davon überzeugt“, gaben sie sich überzeugt.

Oberbürgermeister Michael Lang dankte für die Worte voller Trauer, Zuversicht und Hoffnung, auch für die Lieder voller Freude, Menschlichkeit und Zuneigung. Er erinnerte an den 6. März 2022 – jenen Tag an dem die ersten Geflüchteten aus der Ukraine mit einem von HOPE durch den Wangener Wolfgang Ponto organisierten Bus nach Wangen kamen. Bei all den Umständen sei es ein großes Glück für ihn gewesen zu sehen, welch‘ große Menschlichkeit in den Wangenern steckt. Er dankte den Kirchen und allen Helferinnen und Helfern. „Sie sind hier herzlich willkommen“, wandte er sich an die Frauen, Männer und Kinder aus der Ukraine, die mit Fahnen und Plakaten, aber auch mit Grablichtern und Blumen auf das Schicksal ihres Landes aufmerksam machten. „Wir denken heute an Ihre Familien und wünschen Ihnen, dass Sie bald wieder zusammen sein können.“ Gerne würde er in ein paar Jahren die Familien in einer blühenden Ukraine besuchen. „Die Gemeinschaft ist gefordert, dass dieser Krieg ein gutes Ende finden kann für die Freiheit der Ukraine und Europas“, sagte OB Lang. Gleichzeitig bat er das russische Volk auf das eigene Herz und nicht auf die Propaganda zu hören, denn es sei nie gut, wenn mit Panzern und Granaten Grenzen überschritten würden.

Landtagsabgeordnete Petra Krebs schaute ebenfalls auf die 365 Tage Krieg: „Es ist unfassbar, dass Russland einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg begonnen hat“, der Verwüstung, Mord, Vergewaltigung und Vertreibung mit sich bringe. Es sei deshalb wichtig, wenn auch hier in Wangen ein Zeichen für Menschlichkeit und Solidarität gesetzt werde.  Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass es in vielen Ländern der Erde Kriege gebe, die immer auf Kosten der Zivilbevölkerung gingen. Deshalb sei die 70 Jahre alte Genfer Flüchtlingskonvention umso wichtiger.

Eine Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer seien im vergangenen Jahr nach Deutschland geflohen, 150 000 davon nach Baden-Württemberg. Weltweit seien 80 Millionen Menschen auf der Flucht. „Kein Mensch verlässt gern sein Heimatland“, sagte sie und richtete ihren Dank an die Stadt Wangen, die Blaulicht-Familie, ganz viele ehrenamtliche Unterstützer sowie das internationale Frauenbündnis. „Menschlichkeit und Solidarität sind gelebte Werte in Wangen“, sagte sie. Anschließend lud Alfons Siebert vom Schweigekreis, der sich wöchentlich am Mittwoch um 18 Uhr auf dem Marktplatz trifft, zu einer Schweigeminute ein.