OB Lang und Stadtpräsident Hans Mäder unterschreiben die Urkunden. Zeugen sind Gemeinderäte und Vertreter der Trachtenvereine aus beiden Städten.
Der Wiler Parlamentspräsident Dominik Egli und Stadtpräsident Hans Mäder tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Wangen ein.
Zu einem besonderen Anlass haben sich am Samstag, 11. Juli 2026, Bürgerinnen und Bürger aus Wil in der Schweiz und Wangen im Allgäu auf dem Marktplatz vor dem Rathaus versammelt: Stadtpräsident Hans Mäder und Oberbürgermeister Michael Lang setzten zum zweiten Mal ihre Unterschriften unter die Urkunden, die die Partnerschaft beider Städte nun auch offiziell besiegeln. Zeugen waren Mitglieder der jeweiligen Stadtpolitik und der Trachtenvereine.
Umrahmt war der offizielle Festakt vom Sommerabendkonzert der Stadtkapelle, das sie gemeinsam mit der Stadtharmonie Wil spielte. Den Auftakt bildete der Auftritt des Jugendblasorchesters.
Mit Blick auf das vorvergangene Wochenende, bei dem in Wil schon einmal die Partnerschaft öffentlich besiegelt wurde, bezog sich Oberbürgermeister Michael Lang auf den gemeinsamen Vorfahren Fürstabt Ulrich Rösch. In Wangen am 4. Juli 1426 geboren baute dieser in Wil das Macht-, Wirtschafts- und Gesellschaftszentrum mit dem Hof zu Wil. Zu seinem 600. Geburtstag wurde der Hof nach jahrelanger Sanierung wieder eröffnet – ein bestens geeigneter Anlass für die Partnerschaftsfeier. „Die beiden Städte haben also 600 Jahre auf dieses Fest gewartet“, sagte OB Lang zum Auftakt einer kurzweiligen Wangener Feier. Mit dabei waren auch die jeweiligen Vorgänger der heutigen Stadtoberhäupter, Alt-OB Dr. Jörg Leist, und Bruno Gähwiler aus Wil.
OB Lang und Stadtpräsident Hans Mäder gingen auf frühere Begegnungen ein, beispielsweise zur Landesgartenschau. Hans Mäder war deshalb häufig in Wangen. Und zeigte sich begeistert vom Wangener Wetter 2026, denn vor zwei Jahren habe er bei zehn Aufenthalten nur einmal die Sonne gesehen. Oder mit Blick auf die Laufstafette. O-Ton OB Lang: „Wenn man auf der Strecke nach Wil läuft, weiß man, welch‘ schöne Landschaft und gemeinsame Kultur uns verbindet.“
Mit der Unterschrift unter die Urkunden ende und beginne gleichzeitig ein Weg, sagte Hans Mäder. Der Weg des Kennenlernens finde dadurch einen Höhepunkt. Gleichzeitig sei er der Kipppunkt zwischen Vergangenem und Künftigem. Kriege ließen sich nicht durch Waffen, sondern durch Verständnis der Menschen untereinander verhindern, sagte er und bekam viel Applaus. „Unser Weg ist die Begegnung zwischen den Menschen“, sagte er. Es sei eine Ehre und Verpflichtung zugleich, den Bodensee zu einer Brücke zwischen den Völkern zu machen und an einer gemeinsamen Zukunft zu bauen. Gemeinsame Aktivitäten jeder Art, die diesem Zweck dienten, seien willkommen. Hans Mäder und der jahrelange Werber für die engen Beziehungen zwischen beiden Städten, Ruedi Schär, übergaben als Gastgeschenk die Kopie der ältesten farbigen Stadtansicht von Wil. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert. „Auf ihr ist alles zu sehen, was Ulrich Rösch gebaut hat: den Hof zu Wil, den Weiher direkt unterhalb und die Kirche St. Nikolaus“, erläuterte Ruedi Schär. OB Lang dankte herzlich dafür und versprach, dass es einen würdigen Platz bei den anderen Bildern aus den Partnerstädten im Rathaus bekommen soll.
Er lud alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich nun auch an der Pflege der neuen Partnerschaft zu beteiligen. Mit Prato und La Garenne-Colombes verbinde Wangen schon über viele Jahre lebendige Partnerschaften, sagte OB Lang. Es folgten die Unterschriften der beiden Stadtoberhäupter auf die von Fabienne Bettschen entworfenen Urkunden. Ins Goldene Buch der Stadt trugen sich Parlamentspräsident Dominik Egli und Stadtpräsident Hans Mäder ein.
Zum feierlichen musikalischen Rahmen gehörte in Wangen wie zuvor in Wil der gemeinsame Auftritt der Stadtkapelle Wangen mit Dirigent Tobias Zinser und der Stadtharmonie Will unter der Leitung von Andreas Signer. Die rund 120 Musikerinnen und Musiker spielten das eigens vom Schweizer Komponisten Oliver Waespi geschriebene Stück „Temporum Pace“. Waespi griff dabei auf Noten von Notker Balbulus aus dem 9. Jahrhundert zurück, die zu jenen gehörten, die Ulrich Rösch sicherte und die heute noch im Archiv des Klosters St. Gallen zu finden sind, wie er im Gespräch mit OB Lang verriet. Der offizielle Festakt endete mit den Nationalhymnen beider Länder.
Im Anschluss spielte zunächst die Stadtharmonie Wil ein vielfältiges Programm, bevor die Stadtkapelle ihr traditionelles Sommernachtskonzert gab. Auch dort gab es einen gewissen Schweizer Schwerpunkt durch die von Dirigent Tobias Zinser ausgewählten Stücke eidgenössischer Komponisten. Zwei Zugaben fordert das Publikum ein.
Weitere Infos und Fotos, wie der gesamte Tag verlaufen ist, folgen.