Ein Wechsel bahnt sich an: Auf Baudezernent Peter Ritter folgt zum 1. April 2025 Hubert Meßmer

Zwei Männer vor dem Rathaus. Sie lachen.

Seit zwölf Jahren arbeitet Peter Ritter bei der Stadt Wangen. 2012 übernahmen er von Wolfgang Friedrich die Leitung des Tiefbauamts und 2019 das damals neu geschaffene Baudezernat. Doch für ihn ist klar: Am 1. April 2025 ist Schluss. Dann übernimmt mit Hubert Meßmer ein erfahrener Fachmann. Den Wangenern ist Meßmer seit einiger Zeit als Leiter mehrerer innovativer Bauprojekte bei der Landesgartenschau bekannt.

Fragt man Baudezernent Peter Ritter, was ihm bei der riesigen Zahl von Projekten, die ihn seit 2012 in Wangen beschäftigt haben und noch beschäftigen, am meisten Spaß gemacht hat, nennt er ohne Umschweife die Verlagerung des Wohnmobilstellplatzes. Kein Wunder der begeisterte Wohnmobilist konnte dabei eigene Ideen und Erfahrungen einbringen und umsetzen. Viel Lob gab und gibt es für den Bau der Kreisverkehre, der ihm auch den scherzhaften Titel „Kreisbaumeister“ eingebracht hat. Fragt man nach dem Projekt, das die meiste Mühe gemacht hat, dann steht der Bau der Bahnunterführung an der Ravensburger Straße ganz oben auf der Liste. Aber er sieht Licht am Ende des Unterführungstunnels: Die Unterführung kommt. Die Vorarbeiten beginnen 2025 mit der Vorbereitung der Infrastruktur. Dazu gehört der Leitungsbau“, sagt Ritter. 


Einen wichtigen Teil seiner Arbeit nimmt die Kommunikation mit den von Baumaßnahmen Betroffenen ein. „Die Bewährungsprobe war 2016 die Sanierung der Bindstraße“, erinnert er sich. Die Zugänglichkeit zu den Häusern insgesamt und zu den Geschäften im Besonderen waren damals die Kernthemen. „Es gab kaum Ärger. Das geht nur, wenn man die Leute mitnimmt“, sagt er und erinnert an das schöne Fest, bei dem die Bürgerschaft die Straße erstmals auf einem roten Teppich begehen konnte. Dass die Arbeit in den vergangenen Jahren gut lief, schreibt er auch seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu: „Wir sind ein tolles Team“, sagt er. 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, gehören dem Baudezernat an.

Fragt man den Baudezernenten, wo er die Zukunftsthemen für die Stadt im Baubereich sieht, dann nennt er eine ganze Reihe: Neben dem B32-Umbau, Kindergarten- und Schulbau und Sanierungen, steht auch die Frage, wie und wo man sinnvollerweise auch künftig Geflüchtete unterbringt. Ganz wichtig ist ihm: Wie kann man Wangen zukunftsfähig machen und das Leben in der Altstadt attraktiv halten? Wie kann man Voraussetzungen schaffen für die Geschäfte, die Gastronomie und auch für die mögliche Wiederansiedelung von Handwerk? Wie kann die Stadt attraktiv bleiben mit einem Alltagsleben und nicht nur als Tourismusort? Dazu gehört natürlich auch das Thema Klimaverträglichkeit und Hitzeentwicklung. 

All diese Themen – und sicher einige mehr - wird sein Nachfolger Hubert Meßmer in den kommenden Jahren gemeinsam mit dem Team des Baudezernats weiterdenken und fortentwickeln. 
„Ich bin sehr dankbar, dass mich Peter Ritter jetzt schon in viele Dinge hineinschauen lässt. Zum Beispiel nimmt er mich zu den Haushaltsgesprächen mit“, sagt Meßmer, der derzeit bei der Landesgartenschau als Projektleiter arbeitet. Kindergarten, Aussichtsturm und Holz-Naturfaser-Pavillon lagen und liegen noch organisatorisch in seinen Händen. „Und toll, dass die LGS den Übergang zum 1. April 2025 ermöglicht“, sagt Meßmer. 

Bei der Stadtverwaltung ist der 51-Jährige kein Unbekannter. Lange Jahre hat der Ingenieur in unterschiedlichen Aufgabenbereichen für den Landkreis und für den Kreiseigenbetrieb IKP vielfältige und große Projekte umgesetzt. Dabei gab es immer wieder Berührungspunkte mit verschiedenen Ämtern der Stadt Wangen, sei es beim Thema Flüchtlingsunterkünfte oder im Zusammenhang mit den Kreisschulen und der OSK. Stand für ihn zu Beginn die Projektleitung vor allem im Bereich Wohnungsbau im Mittelpunkt, rückte 2004 zunehmend das Thema Krankenhausentwicklung in den Fokus. Meßmer hatte die Projektleitung für die Entwicklungskonzeption für Nach- und Ergänzungsnutzungen ebenso inne, wie die Gesamtleitung am Großprojekt der Neustrukturierung des Klinikums St. Elisabeth der OSK in Ravensburg. 238 Millionen Euro wurden dabei bewegt. Daneben leitete er den Bereich Bauprojekt und Technisches Gebäudemanagement des Eigenbetriebs IKP.

Als Geschäftsführer kümmerte er sich von Juni 2017 an schließlich auch um die Entwicklung des Schulbauprogramms des Landkreises und den Neubau der Kreissporthalle in Wangen im Schulzentrum. Mit den Machbarkeitsstudien und der Zielplanung des Neubaus eines Schul- und Verwaltungsquartiers mit 17 Hektar für ein zentrales Landratsamt und drei berufliche Schulen in Ravensburg ging er die ersten Schritte, an die sich die Auslobung des Realisierungswettbewerbs für den ersten Bauabschnitt anschloss. Neben vielen weiteren Bauthemen gehörte zu seinen Aufgaben als Geschäftsführer auch die wirtschaftliche Gesamtverantwortung für den Eigenbetrieb IKP. 
Ein Ausflug in die Privatwirtschaft von 2021 bis 2023 weitete ebenso seinen Erfahrungsschatz, wie die mehrmonatige Mitarbeit an Bauprojekten im boomenden Berlin während seines Studiums Ende der 1990er Jahre. Hubert Meßmer lebt mit seiner Familie in Argenbühl. Sein Fitnessprogramm absolviert er täglich, indem er mit dem Rad zur Arbeit fährt.