Wil eröffnet mit dem „Hof zu Wil“ die Seele der Stadt - Wangen und Wil feiern gemeinsam die Städtepartnerschaft

Ein belebter Platz mit mehreren Menschen, die einem Konzert oder einer Veranstaltung zuhören. Im Hintergrund sind historische Gebäude mit bunten Wappen und Fahnen zu sehen, darunter ein Kranz von blühenden Bäumen. Der Himmel ist blau und sonnig.

Vor dem großen Hof zu Wil spielen die Stadtharmonie Wil und die Stadtkapelle Wangen gemeinsam.

Eine feierliche Veranstaltung im Freien, bei der ein Mann in einem braunen Umhang spricht. Zwei weitere Männer halten Brotlaibe in den Händen. Im Hintergrund stehen Personen in traditioneller Kleidung und applaudieren. Grüne Sträucher sind ebenfalls sichtbar.

Ulrich Rösch hat den beiden Stadtoberhäupter ein Brot mitgebracht, in das symbolisch die Partnerschaftsurkunde eingebacken war.

Eine Gruppe von Personen in traditioneller Kleidung steht um einen Tisch, auf dem eine Urkunde liegt. Zwei Männer, einer mit Brille, unterschreiben das Dokument. Im Hintergrund sieht man Zuschauer und historische Gebäude bei sonnigem Wetter.

Stadtpräsident Hans Mäder setzt seine Unterschirft unter die Urkunde.

Eine Gruppe von Menschen steht auf einer Treppe in einer Stadt. Einige tragen traditionelle Trachten, während andere formelle Kleidung anhaben. Sie halten Urkunden in den Händen und posieren für ein Foto, um einen feierlichen Anlass zu dokumentieren.

Nach der Unterzeichnung der Urkunden wurden die beiden Nationalhymnen gesungen. Unser Bild zeigt in der Mitte links OB Michael Lang, der für die Partnerschaft engagierte Ruedi Schär und Stadtpräsident Hans Mäder. Im Hintergrund die Wiler und Wangener Trachtenvereine sowie Gemeinderäte und Jugendgemeinderäte.

Ein Orchester spielt in einem Kirchensaal mit bunten Fenstern. Musiker auf der Bühne und im Publikum sind gut zu sehen. Eine Dirigentin leitet das Ensemble, während einige Zuhörer entspannt auf der Bank sitzen. Die Atmosphäre ist festlich und konzentriert.

Das Städteorchester Württembergisches Allgäu unter der Leitung von Marcus Hartmann begeistert mit seinem Geburtstagskonzert zu Ehren von Ulrich Rösch in der St. Nikolauskirche.

Eine Menschenmenge versammelt sich in einem Platz, umgeben von historischen Gebäuden. Tische befinden sich im Freien, einige sind mit Sonnenschirmen ausgestattet. Im Vordergrund spielt ein großes Orchester. Es ist sonnig und der Platz scheint festlich dekoriert zu sein.

Auf dem Hofplatz wurde gefeiert: Im Vordergrund das Orchester aus Stadtharmonie Will und Stadtkapelle Wangen, dahinter Ehrengäste und Bürgerinnen und Bürger aus Wil und Wangen. An den Ständen links und rechts zeigten unter anderem Handwerker, was und wie sie im Hof gearbeitet haben – von der Stabilisierung der Mauern und des Giebels durch Zimmerleute, über das Formen und Brennen von Bodenplatten bis hin zum Parkettlegen und zum Deckenstuck.

Die Stadt Wil hat am Samstag das zentrale Gebäude in ihrer Altstadt wieder eröffnet: Der Hof zu Wil, erbaut vom St. Galler Fürstabt Ulrich Rösch, ist nach Jahren der Sanierung als ein Ort der Begegnung für die Bevölkerung wieder offen. Am Nachmittag beurkundeten Stadtpräsident (SP) Hans Mäder und Oberbürgermeister Michael Lang mit ihren Unterschriften die über lange Zeit gewachsene Freundschaft beider Städte. Den würdigen Anlass bot der 600. Geburtstag des einstigen Bäckersohns aus Wangen.

Es war ein Sommertag wie im Bilderbuch. Von der Terrasse an der St. Nikolaus-Kirche bot sich den sehr zahlreich angereisten Wangenern ein traumhaftes Panorama der Schweizer Bergwelt. Auf dem Platz vor dem mächtigen Hof zu Wil lief ein ebenso hochkarätig besetztes wie kurzweiliges Eröffnungsprogramm ab. Die Rednerliste mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik reichte vom Stadtpräsidenten über die kantonale Ebene bis zur Bundesrätin. OB Michael Lang übergab als Gastgeschenk ein Rednerpult, wie man es aus dem Wangener Rathaus und der Stadtbücherei kennt – aus einem alten Holz von 1461, also jener Zeit in der Fürstabt Ulrich Rösch zu seiner Machtfülle aufstieg. Ein früh morgens eigens beim Bäcker erstandenes Wangener Hörnle übergab er an Ruedi Schär, der über Jahre die Verbindung mit Wangen gepflegt hat.  

Bundesrätin Karin Keller-Sutter spannte den Bogen von Ulrich Rösch in die Neuzeit. Mit dem Hof zu Wil werde die „Seele der Stadt“ wieder eröffnet. Ohne den unermüdlichen Einsatz der Hofstiftung, in der viele Menschen jahrelang engagiert gearbeitet hätten, und den Handwerkern, wäre es nicht möglich gewesen. Der Hof stehe für Stabilität und zeige, dass man Freiheit brauche, um sich entfalten zu können. Ulrich Rösch sei als Einwanderer zum Kloster St. Gallen gekommen und habe sich vom Küchenjungen hochgearbeitet. Als Fürstabt habe er unter anderem mit einem neuen Marktrecht für erstklassige wirtschaftliche Rahmenbedingungen gesorgt. 
Die beiden Geistlichen, Bischof Beat Grögli und Pfarrer Christoph Casty, sprachen in einem launigen interkonfessionellen Austausch über den Hof als Ort der Blutsgerichtsbarkeit und Braukunst und baten um den Segen. Mit der Schlüsselübergabe der verantwortlichen Bauleute an SP Hans Mäder endete der Vormittag. 
Umrahmt war er von viel Musik unter anderem von der gemeinsamen Erstaufführung des Stücks „Temporum Pace“ von Oliver Waespi durch die Stadtharmonie Wil und der Stadtkapelle Wangen. Es wird auch am Samstag in Wangen zu hören sein, wenn die Partnerschaftsfeier wiederholt wird.

Nach der musikalischen Einstimmung durch die beiden Musikkapellen folgte die ebenso feierliche wie fröhliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden durch SP Hans Mäder und OB Michael Lang aus Anlass des 600. Geburtstag von Ulrich Rösch. Der „Jubilar“ erschien höchstpersönlich und überbrachte das Papier – eingebacken in ein Brot. SP Hans Mäder sprach von einem neuen Kapitel in der Geschichte beider Städte. Es sollen Beziehungen entstehen, um Grenzen zu überwinden. OB Lang fühlte sich geehrt, mit Stadträten und Jugendgemeinderäten als Zeugen bei dieser Feier zu sein, die beide Städte noch näher zusammenbringt. 
Im Anschluss spielte das Städteorchester in St. Nikolaus ein mit viel Applaus bedachtes Geburtstagskonzert zu Ehren von Ulrich Rösch.
Der Hof zu Wil bietet ein Restaurant, eine Bibliothek, Info-Büro und die Hofwelten, in denen die Geschichte des Hauses höchstmodern lebendig gemacht wird. Auch die Etage der Co-Working-Spaces hier die Zukunft in den Blick genommen wurde.  

Sommernachtskonzert der Stadtkapelle und Partnerschaftsfeier in Wangen
In Wangen wird am kommenden Samstag, 11. Juli 2026, um 19 Uhr auf dem Marktplatz der Festakt Partnerschaft beider Städte wiederholt. Den festlichen Rahmen bietet dazu das Sommernachtskonzert der Stadtkapelle. Das JBO spielt um 17.30 Uhr, um 20 Uhr die Stadtharmonie Wil und um 21.30 Uhr die Stadtkapelle Wangen. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung in den Festsaal der Waldorfschule verlegt.  Von 10 bis 13 Uhr ergänzt der Schweizer Markt mit Produkten aus Wil den Samstagsmarkt in Wangen.

Zitat des Urkundentextes
„Die Stadt Wil im Fürstenland und die Stadt Wangen im Allgäu bekräftigen mit dieser Urkunde ihre freundschaftliche Verbundenheit und den Willen zu einem vielfältigen und lebendigen Austausch. 
Verbunden sind diese beiden Städte über die Landesgrenze hinweg durch ihre Geschichte im Einzugsgebiet des Bodensees, durch ihre Beziehungen zur Fürstabtei St. Gallen sowie durch die Persönlichkeit von Fürstabt Ulrich Rösch. 1426 in Wangen geboren und 1491 in Wil verstorben.
Im Bewusstsein dieser gemeinsamen historischen Wurzeln vereinbaren die beiden Städte feierlich eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Ziel, den Austausch zwischen ihren Einwohnerinnen und Einwohnern zu fördern sowie die gegenseitige Begegnung in Kultur, Gesellschaft und Tourismus zu ermöglichen.
Diese Städtepartnerschaft steht für Respekt, Offenheit und die Pflege dauerhafter wohlwollender Beziehungen.“


Es folgen die Unterschriften