Windpark „Länge“ ist im Bau: Mitglieder Infofahrt der BürgerEnergiegenossenschaft (BEG) zur Baustelle

Eine Gruppe Menschen vor einer runden Betonkonstruktion

Nach über zehnjähriger Vorgeschichte ist der Windpark „Länge“ in der Nähe von Donaueschingen nun im Bau. Seit Anfang 2025 wird gebaut. Zum Tag der offenen Baustelle führte daher vor Kurzem die diesjährige Informationsfahrt von gut 30 BEG-Mitgliedern. Die BEG ist am WP-Projekt seit Beginn der Planung im Jahr 2015 mit dabei, als Partner zusammen mit ca. 15 anderen regionalen Genossenschaften und Stadtwerken.

Errichtet werden auf dem Höhenzug „Länge“ in der Nachbarschaft eines bestehenden Funkmastes, 6 moderne Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von jeweils 163 m und einem Rotordurchmesser von 164 Meter. Mit 245 Meter Gesamthöhe erreichen die Windräder eine Leistung von 5,7 Megawatt (MW) je Anlage, erläuterte Bene Müller, Geschäftsführer der künftigen Betreibergesellschaft in seiner Begrüßung.  Nach Inbetriebnahme im Sommer 2026 soll der Park rd. 60 Millionen kWh Strom pro Jahr erzeugen und in das Stromnetz einspeisen. 
„Länge“ ist damit ein wesentlicher Beitrag auf dem Weg zur Energiewende in unserer Region betonte auch der Donaueschinger Oberbürgermeister Erik Pauly in seiner kurzen Ansprache. Er freue sich, dass mit dieser Anlage der Strombedarf für ca. 60 000 Einwohner gedeckt werden könne, mehr als die Einwohnerzahl aller umliegenden Kommunen Donaueschingen, Blumberg, Hüfingen und Geisingen zusammen.

Neben den Wangener Besuchern nutzten insgesamt ca. 300 Interessierte die Möglichkeit zur Besichtigung der Baustelle. Zu sehen gab es die gewaltigen Fundamente aus 2000 Tonnen Stahlbeton. Bei vier Anlagen stehen darauf bereits die unteren Teile der Türme mit 90 Meter Höhe. Diese bestehen aus Betonfertigteilen, die in die Fundamente verspannt sind. Die Fachleute sprechen von Hybridbauweise. Für die restlichen 73 Meter bis zur Nabenhöhe sollen Stahlrohrteile zum Einsatz kommen. Sie werden mittels Spezialkran auf den Betonstumpf aufgesetzt und dort sicher verankert. Ein Besuch des Turminneren zeigte den Besuchern die beeindruckende Bautechnik sowie die gewaltigen Spannseile von der Turmspitze zum Fundament.

Mit Schaubildern, Plänen und viel Geduld erläuterten die Experten die Komplexität eines Windrades. Zur Ausrüstung gehören unter anderem ein kleiner Spezialaufzug im Turminnern, eine immense Verkabelung, Sicherheitstechnik, Steuer- und Überwachungseinheiten, Sensoren und vieles mehr; Sicherheit wird großgeschrieben. Alle Anlagen werden nach Fertigstellung über eine Zentrale fernüberwacht und ferngesteuert, je nach örtlicher Wind -und Wettersituation.

Nach gut zweistündiger Besichtigung, Stärkung mit Kaffee, Kuchen und Getränken, machten sich die BEG-Mitglieder mit vielen neuen Eindrücken und einmaligen Erkenntnissen auf den Rückweg ins Allgäu.